Sie beide heißen Jürgen Henschel. Der eine, Berliner Kindesentführer, wurde auf einem norwegischen Campingplatz von Interpol dingfest gemacht. Der andere, harmloser Angestellter, geriet in Berlin in eine Polizeikontrolle. Die Beamten, nachdem sie seines Ausweises ansichtig wurden, witterten ungewöhnliches Kriminalwild.

Henschel, der harmlose, mußte sich auf den Boden legen und wurde, als er den Anweisungen nicht schnell genug gehorchte, Opfer eines unbeherrschten Jagdeifers der Polizisten. Schürfungen und Schwellungen waren die Folge.

In einem Entschuldigungsbrief an den harmlosen Henschel bekannte sich Berlins Polizeivizepräsident Moch gleichwohl außerstande, seinen Untergebenen einen Vorwurf zu machen: „Namensgleichheit, Ähnlichkeit und Lebensalter sind so überraschend groß, daß ich den Irrtum für entschuldbar halten muß.“

Welchen Irrtum? Hätte der kriminelle Henschel dort gelegen, wo sein Doppelgänger lag, wäre dann die Aktion der Polizeistiefel etwa rechtens gewesen? H. G.