Über eine Methode, fließendes Blut im Körper radioaktiv zu bestrahlen, berichtet die Amerikanische Gesellschaft für Krebsforschung.

In mehreren Experimenten wurden Hunden kleine Metallkapseln mit dem radioaktiven Strontium 90 über eine der großen Halsvenen in den Vorhof und die rechte Herzkammer eingeführt. Die von dieser Strontium-Quelle ausgehenden Beta-Strahlen schienen selektiv die Lymphozyten des vorbeiströmenden Blutes zu schädigen. Denn nach dreitägiger Bestrahlung war ihre Zahl auf die Hälfte bis 1/20 reduziert, während sich eine Schädigung der übrigen weißen und roten Blutzellen nicht nachweisen ließ.

Da dieses Verfahren noch nicht ausgearbeitet ist, läßt sich auch im Augenblick noch nicht sagen, ob es einmal eine Bedeutung bei der Bekämpfung der lympathischen Leukämie, die mit einer starken Vermehrung der Lymphozyten einhergeht, haben wird.

Einen ähnlichen Versuch macht eine Gruppe von Ärzten an der Washington University. Sie ist dabei, ein an die künstliche Niere erinnerndes Röhrensystem zu bauen, um das Blut eines Leukämiekranken außerhalb des Körpers massiven Röntgenstrahlendosen aussetzen zu können.

L. H.