Vier Jahre dauerte der Familienstreit, nun hat Friedrich Flick sein Ziel erreicht: der von ihm begründete Konzern muß nicht durch eine „Erbteilung zerschlagen werden.

Nach langwierigen Verhandlungen hat sich der ältere Flick-Sohn Otto-Ernst damit einverstanden erklärt, gegen eine Barabfindung endgültig aus der Friedrich Flick KG auszuscheiden. Seine beiden Söhne bleiben mit etwa 30 Prozent an der Holdinggesellschaft beteiligt und können nach sechs Jahren ihre Bestallung als Geschäftsführer beantragen. Designierter Nachfolger des 73jährigen Konzerngründers, der heute die weitverzweigten Firmengruppen noch fest in der Hand hält, ist nun endgültig der jüngere Sohn Dr. Friedrich Karl. Wenn man den Besitz verschiedener Familienstiftungen hinzurechnet, verfügt Friedrich Karl über 70 Prozent der Anteile an der Holdinggesellschaft.

Für Friedrich Flick bedeutet die Einigung nicht nur die Wiederherstellung des Friedens in seiner Familie, sondern auch den Sieg seiner Konzeption vom Privatunternehmer in unserer Zeit. Flick hat sich mit aller Kraft gegen die Auflösung seines Konzerns gewehrt, die sein Sohn auf dem Höhepunkt des Streits gefordert hatte. Eine Teilung hätte seinen solide errichteten Bau, der Firmen wie Feldmühle-Nobel, Buderus, Stahlwerke Südwestfalen und das große Aktienpaket von Daimler-Benz umfaßt, zum Wanken bringen oder Flick gar zwingen können, den Weg aus der Verschwiegenheit des Familienunternehmens in die öffentlicher Einsicht unterliegende Kapitalgesellschaft zu gehen. Nun bleibt die größte in Privatbesitz befindliche Industriegruppe der Bundesrepublik ungeteilt erhalten: Nach dem Willen Friedrich Flicks, der schon seit langem Anteile an seine Enkel übertragen hat, bis in die nächste und übernächste Generation.

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