Er habe, schrieb er einmal seiner Braut, „großen Durst nach Leben“. Er wünschte sich, die Welt zu sehen und zu erleben – nicht die Welt der Abenteurer, sondern die der Dichter und Denker, die Welt der Kunst.

Seine Welt hatte, wie er selber sagte, in einer Hütte begonnen, „wie man wohl ein Häuschen nennen kann, das nur einen heizbaren Aufenthalt und keine Treppe hatte, sondern wo man auf einer gleich an der Haustür stehenden Leiter unmittelbar auf den Heuboden stieg“.

Der Vater war Hausierer: „Im Sommer sah man ihn, mit einem leichten hölzernen Schränkchen auf dem Rücken, in der Heidegegend von Dorf zu Dorf wandern und mit Band, Zwirn und Seide hausieren gehen... In allen Fällen jedoch mußte sein Gewinn sehr gering sein, denn wir lebten immer in einiger Armut.“

Im Sommer begleitete der Knabe den Vater; er half ihm, ein Bündel Beiderwand tragen, „ein aus der braunen Wolle der Heideschnucken und leinenem Garn gewebtes Zeug“. In die Schule ging er nur selten, und so lernte er erst mit vierzehn richtig lesen und schreiben. Zwei Jahre später verschaffte ein Justizbeamter ihm eine Schreiberstelle.

Nach ein paar Jahren meldete er sich als Kriegsfreiwilliger zu einem Jägerkorps. Auf diese Weise kam er nach Holland, wo er durch den Besuch von Kirchen und Museen auf den Gedanken kam, Maler zu werden. Der Gedanke ließ ihn auch später nicht mehr los, als er ins Zivilleben zurückgekehrt war. Unter der Leitung eines Malers machte er künstlerische Studien: „Die ganze Anatomie des menschlichen Körpers zeichnete ich durch und ward nicht müde...“ Doch bald wandte er sich einem anderen Gebiet zu: der Dichtung. Er entwarf ein Gedicht über „die unsäglichen Mühseligkeiten der Soldaten im Felde“. In seinem betulichen Stil schrieb er später:

„Ich ließ von dem Gedicht einige hundert Exemplare auf eigene Kosten drucken und in der Stadt verteilen. Die Wirkung, die es tat, war günstig über meine Erwartung. Es verschaffte mir den Zudrang einer Menge sehr erfreulicher Bekanntschaften, man teilte meine ausgesprochenen Empfindungen und Ansichten, teilte das Gedicht in Zeitschriften mit, es ward an verschiedenen Orten nachgedruckt und einzeln verkauft, und überdies erlebte ich daran die Freude, es von einem sehr beliebten Komponisten in Musik gesetzt zu sehen, so wenig es sich auch im Grunde, wegen seiner Länge und ganz rhetorischen Art, zum Gesang eignete ... Ich war jetzt in meinem vierundzwanzigsten Jahr ...“

Zu dieser Zeit entschloß er sich, Latein zu lernen. Ein Gymnasium nahm ihn auf, in die Sekunda. Aber er hielt das nur ein paar Monate durch. Immerhin war er sehr fleißig.