Doch heraufkonvertiert?

Zu der im „Gespräch am Bankschalter“ vom 26. August angestellten Betrachtung über die deutschen Wandelanleihen macht die Wirtschaftspolitische Abteilung des Hauses Siemens darauf aufmerksam, daß die Verwaltung keineswegs eine Heraufkonverlierung der Siemens-Wandelanleihe ablehne. Der Sprecher des Hauses, Dr. Lohse, hätte auf der letzten außerordentlichen Hauptversammlung sogar erklärt, daß die Verwaltung die Aktionäre möglicherweise eines Tages auffordern würde, der Heraufkonvertierung des Zinses der Wandelanleihe zuzustimmen. Bislang erhalten die Siemens-Wandelobligationäre eine feste Verzinsung von 5 1/2 Prozent. Schon heute gilt, daß der Zinsertrag der Siemens-Wandelanleihe (22 Mark für nom. 400 Mark) höher ist als der Dividendenertrag des entsprechenden Aktiennennbetrages (17,60 Mark für nom. 110 Mark). Gewandelt werden kann im Verhältnis 4:1,1.

Gewinn für Interhandel-Aktionäre

Die seit Jahren anhaltende internationale Börsenspekulation mit Interhandel-Aktien findet nunmehr ihren Abschluß. Die Schweizerische Bankgesellschaft will 1 Interhandel-Aktie gegen 2 Aktien ihres eigenen Instituts tauschen. Am Wochenende – bevor diese Offerte bekannt wurde – notierten Interhandel-Aktien in der Schweiz noch knapp unter 4000 Franken. Das 2:1-Angebot bedeutet, daß die Interhandel-Aktionäre nun einen Gegenwert für eine Aktie von rund 5000 Franken erhalten. „Damit ist für die Interhandel-Aktionäre ein befriedigendes Ende ihres langen Leidensweges gekommen“, schreibt die schweizerische Zeitung „Finanz und Wirtschaft“. Die Aktie notierte bis 1950 unter 1000 Franken, stieg 1958 erstmals über 2000, erreichte 1962 ihren Höchststand von 5650. Interhandel hat inzwischen den größten Teil ihres Anspruches am Verkaufserlös der Aktien der General Aniline und Film Corp. (USA) ausgezahlt erhalten. Die Papiere waren während des Zweiten Weltkrieges als angeblich deutsches Vermögen blockiert und später von der Regierung in Washington verkauft worden.

Was kostet ein Handwerksbetrieb?

Wer heute einen Handwerksbetrieb gründen will, muß über beträchtliches Kapital verfügen. 23 000 bis 25 000 braucht ein Kleinstunternehmer der Hochbaubranche, der drei Maurer zu beschäftigen beabsichtigt. Für einen mittelgroßen Hochbaubetrieb mit 25 Beschäftigten sind rund 500 000 Mark erforderlich. Diese Zahlen ermittelte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung. Die geringsten Investitionen sind in der Elektrobranche notwendig. Hier beträgt der Kapitalbedarf für einen Drei-Mann-Betrieb nur 8000 Mark. Rund 100 000 Mark veranschlagt man für die Einrichtung einer Bäckerei mit fünf Arbeitskräften und Laden.