Das ist das Furchtbare an der Schuld, daß sie der Furcht, dem größten Übel auf Erden, eine ungeheure Berechtigung unterschiebt.

Hugo von Hofmannsthal

Bayerisches Volksbegehren

Unterschriften von 25 000 stimmberechtigten Bürgern Bayerns sucht die FDP seit dem 1. September zusammenzubekommen für einen Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens, dessen Ziel eine Verfassungsänderung ist, die die christlichen Gemeinschaftsschulen den Bekenntnisschulen gleichsetzen soll. Falls die 25 000 zusammenkommen (und das sollte mit einer so rührigen Initiatorin wie Dr. Hildegard Hamm-Brücher wohl möglich sein), muß allerdings erst das Innenministerium prüfen, ob die Absichten des Unternehmens juristisch einwandfrei sind, dann wiederum müssen während einer Frist von vier Wochen mit Hilfe von bei den Gemeinden ausliegenden Listen mindestens 680 000 Stimmen (ein Zehntel der Stimmberechtigten nach dem Stand der letzten Wahl) gesammelt werden, damit das Gesetzesbegehren vom Ministerpräsidenten im Namen der Staatsregierung dem Landtag zugeleitet wird. Der Landtag ist verpflichtet, das Volksbegehren innerhalb von drei Monaten anzunehmen oder den Bayern einen eigenen Gegenentwurf zur Entscheidung zu unterbreiten.

Hamburg literarisch II

Voriges Jahr noch ein Experiment, skeptisch belächelt, dann ein unerwarteter Erfolg, jetzt eine Institution: die Hamburger Buchmesse, „Hamburg literarisch“, wird auch in diesem Jahr wieder stattfinden. In der Zeit vom 28. Oktober bis 6. November wollen rund 60 Verleger in „Planten un Blomen“ ihre Bücher zur Schau stellen und (Hauptunterschied zu Frankfurt) zum Verkauf anbieten. Dazu eine Woche lang Dichterlesungen, Vorträge, Diskussionen und ein Galaball – es gibt nichts, was es in Hamburg nicht geben wird.

Albee-Premiere