Wall Street: So billig wie 1957

Nach dem größten Kurssturz seit der Kuba-Krise sind die amerikanischen Aktien heute im Durchschnitt billiger als je in den letzten acht Jahren. Der Dow Jones-Index der 30 führenden Industrie-Aktien pendelt um 780. Nach den letzten Schätzungen dürften die diesjährigen Gewinne für die im Index vertretenen Aktien etwa 60 Dollar betragen, die US-Spitzenwerte werden also mit dem 13fachen Jahresgewinn gewertet. Ein so niedriger Stand war in Wall Street zuletzt Ende 1957 verzeichnet worden: damals lag der Dow Jones-Index bei 430, der Jahresgewinn für die 30 Aktien betrug 33 Dollar. Am teuersten waren die amerikanischen Aktien im Sommer 1961; damals wurden sie zeitweise mit dem 24fachen Jahresgewinn bewertet.

Richtung Moskau

Die Schwerpunkt-Verlagerung der französischen Außenhandelspolitik nach Osteuropa wird durch die Ernennung Olivier Wormsers zum neuen Botschafter Frankreichs in Moskau auch personell dokumentiert. Wormser, der in der Nachkriegszeit als Generaldirektor im französischen Außenhandelsministerium eine Schlüsselposition bei der Formulierung der Außenhandelspolitik seines Landes innehatte, hat auch maßgeblichen Anteil am Aufbau der deutschfranzösischen Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der EWG. Als überaus geschickter Unterhändler dürfte er in Moskau die Wirtschaftsbeziehungen Frankreichs zu Osteuropa bis an die Grenze des Möglichen ausbauen.

Europa führt im Welthandel

Mit einem Außenhandelsumsatz von 678 Milliarden Mark vereinigten die Staaten Europas 1965 mehr als die Hälfte des Welthandels (ohne Ostblock) von 1342,7 Milliarden Mark auf sich. 1950 betrug der Anteil 40 Prozent, 1960 knapp 47 Prozent, 1964 rund 49,5 Prozent und 1965 schon 50,5 Prozent. Dabei weisen die Staaten insgesamt in den letzten Jahren einen wachsenden Einfuhrüberschuß aus; 1963 betrug er 39 Milliarden Mark, 1965 sogar 44 Milliarden Mark. Die größte Welthandelsnation sind nach wie vor die USA, die 1965 einen Anteil am Welthandelsumsatz von 15 Prozent hatten, gefolgt von der Bundesrepublik mit 10,6 Prozent, Großbritannien mit 8,6 Prozent und Frankreich mit 6,1 Prozent.

Fernseh-Spätzündung