Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Friedrich Zimmermann, hat am Dienstag vor dem Ausschuß eine persönliche Erklärung wiederholt, die er schon einige Tage vorher gegenüber den Bundestags- und Landtagsabgeordneten der CSU abgegeben hatte: „Ich erkläre ausdrücklich, daß ich in meiner Eigenschaft als Mitglied des Verteidigungsausschusses niemals einen Tip erhalten habe, wo eine Garnison gebaut werden soll.“ Er habe auch der Baugesellschaft „Bayern-Union“, deren Aufsichtsratsvorsitzender er ist, nie Hinweise gegeben, wo sie vorsorglich Grundstücke erwerben solle. Der Kauf der Grundstücke sei Sache der Geschäftsführung gewesen. Der Aufsichtsrat sei erst nachher informiert worden.

Gleichzeitig hat Zimmermann den Erlaß einer Einstweiligen Verfügung gegen die Redakteure der „Passauer Neuen Presse“ beantragt, die für die ersten Veröffentlichungen über die „Bayern-Union“-Geschäfte verantwortlich sind. Zimmermann hatte anfangs sein Ehrenwort dafür angeboten, daß seine Erklärung richtig sei. Jetzt ließ er dem Gericht eine eidesstattliche Versicherung übergeben. Daß überhaupt Geschäfte mit dem Verteidigungsministerium gemacht wurden, dementierte Zimmermann nicht. Wie diese Geschäfte im einzelnen abgewickelt wurden, erklärte er jedoch nicht.

Inzwischen läuft eine Anfrage im Bayerischen Landtag, in der sich der SPD-Abgeordnete Wolff nach den staatlichen Darlehen erkundigte, die der Gesellschaft angeblich gewährt wurden. Außerdem beginnen sich Kreise in der CSU dafür zu interessieren, wie es zuging, daß ein anderer Teilhaber der „Bayern-Union“ Zuwendungen aus CSU-Mitteln erhielt, die ihm als Architektenhonorar gezahlt worden sind – für Pläne, die nicht ausgeführt wurden. Th. v. U.