Die Nachhut der interamerikanischen Friedenstruppe in der Dominikanischen Republik, 550 US-Fallschirmjäger, verließ Anfang dieser Woche den Inselstaat. Siebzehn Monate zuvor waren in Santa Domingo 22 000 US-Soldaten an Land gegangen, um einen angeblich drohenden kommunistischen Putsch zu verhüten. Unter dem Schutz dieser Truppen wurde vor drei Monaten der ehemalige Trujillo-Mitarbeiter Joaquin Balaguer zum neuen Präsidenten gewählt.

Wenige Tage vor dem Abzug der Amerikaner wurden noch zwei US-Soldaten von Heckenschützen erschossen. Die Schuld wurde einer kommunistischen Rebellengruppe zugeschoben, deren Anführer sich brüsteten: „Unsere Herzen sind jedesmal entzückt, wenn ein Amerikaner umgebracht wird.“ Balaguer stehen düstere Zeiten bevor, da sich Links- und Rechtsextremisten gegenseitig an die Kehle wollen. Ganz haben sich die USA freilich nicht von der Szene begeben: Sie ließen sechzig Militärinstrukteure zurück (nach anderen Quellen sogar 2000).