Prozeß gegen Tschombé

Der Kongo will Ex-Ministerpräsident Moise Tschombé in Abwesenheit als Hochverräter zum Tode verurteilen und durch Interpol jagen lassen. Tschombe, zur Zeit in Madrid im Exil, wird beschuldigt, er habe europäische Söldner für einen Umsturz im Kongo rekrutiert. Letzter Beweis: Die Aushebung eines Söldnerlagers auf einem Bauernhof in Südfrankreich. Dort hatte die Polizei 33 Männer verhaftet, die zur Tarnung für eine belgische Gesellschaft arbeiteten, unter ihnen ein früherer US-Fliegeroberst, ein ehemaliger Minister Lumumbas, Fremdenlegionäre und OAS-Veteranen. Angeblich sollten sie schon in den nächsten Tagen als Fallschirmjäger bei Albertville abgesetzt werden.

Negus verlangt Dschibuti

Charles de Gaulle hat a.if seiner letzten Weltreise zumindest etwas ausgelöst: die Unabhängigkeitsbewegung in Französisch-Somaliland. Drei Wochen nach seinem Besuch in Dschibuti brachen dort neue blutige Unruhen aus. Die radikaler Somalis, die für den Anschluß des Gebiets an Somalia kämpfen, hatten es als Zeichen der Schwäche gewertet, daß de Gaulle den Gouverneur abgesetzt hatte Unter ihren Ausschreitungen hatten auch die äthiopischen Bewohner Dschibutis zu leiden. Kaiser Haile Selassie nahm die Unruhen zum Anlaß, um zum erstenmal öffentlich Anspruch auf Dschibuti zu erheben, das angeblich vor der Franzosenzeit immer zu Abessinien gehört haben soll.

Ultimatum an Rhodesien

Zwei britische Minister verhandelter am Dienstag mit dem Regierungschef der rhodesischen Rebellen, Ian Smith, der von London offiziell nicht anerkanm wird. Premierminister Wilson hatte Commonwealth-Minister Bowden und Kronanwalt Sir Elwyn Jones nach Salisbury geschickt, um die Regierung der weißen Siedler zur Umkehr zu überreden.

Smith’ Gnadenfrist wurde nur noch bis Weihnachten verlängert. Gibt er dann nicht seine Rebellion auf, wird die britische Regierung mit Rückendeckung des Commonwealth die UN um das Mandat für strenge wirtschaftliche Sanktionen gegen Rhodesien ersuchen.

Ohne dieses Ultimatum wäre der Austritt einiger Staaten aus dem Commonwealth nicht zu vermeiden gewesen. Der britische Oppositionsführer Heath sprach jedoch vom „größten psychologischen Mißgriff“ Wilsons. Mittlerweile richten sich die weißen Rhodesier auf eine lange Belagerung ein.