Von Heinz Michaels

Die Freude war nur kurz. Für einen Monat hatte die Adam Opel AG die Spitze im Rennen um die Gunst der deutschen Automobilkäufer übernommen. Doch schon im August schob sich die Volkswagenwerk AG wieder an den ersten Platz.

Schon einmal, genau vor zwei Jahren, ebenfalls im Juli, hatte Opel die meisten Autos auf dem deutschen Markt verkauft. Damals wurden bereits Wetten abgeschlossen, ob die Rüsselsheimer wohl dem Volkswagenwerk den Rang ablaufen werden; denn stetig hatte sich der Anteil von Opel erhöht und der VW-Anteil vermindert.

Diesmal war das Juli-Ergebnis eine Überraschung. Hatte Opel doch in den vorhergehenden Monaten seinen angestammten zweiten Platz auf dem deutschen Automobilmarkt hart gegen die Kölner Ford-Werke AG verteidigen müssen, war das Unternehmen doch sogar in seiner Domäne, der Mittelklasse, vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen. Doch im Juli dieses Jahres wurden mehr Kadett-Wagen als VW-Käfer verkauft.

Nun, der August zeigte, daß der Automarkt in den Sommermonaten dem Wetter an Unbeständigkeit nicht nachstand. Als die Opelverkäufer am 31. August einen Strich zogen und addierten, mußten sie feststellen, daß es nur zum dritten Platz gelangt hatte, daß die Wolfsburger mehr Autos verkauft hatten als Ford und Opel zusammen, daß die Kölner sogar noch zweieinhalb Tausend Wagen mehr an den Mann gebracht hatten als die Rüsselsheimer, die nur gut 13 000 Autos losgeworden sind. Im vorhergehenden Monat waren es doppelt so viele gewesen, davon allein 14 500 Kadett-Wagen.

Die Marktforscher wären froh, wenn sie Marktschwankungen immer so einfach deuten könnten, wie in diesem Fall.

Zum ersten machte der Wolfsburger Koloß im Juli Ruhepause und rüstete sich zu neuen Taten.