Die Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr hat den kommunalen Arbeitgebern indirekt mit Streik gedroht. In einer bis Mitte Oktober bemessenen Frist verlangt die ÖTV von den Gemeinden, endlich den Bewährungsaufstieg für Angestellte im öffentlichen Dienst in der gleichen Form zu akzeptieren, wie das Bund und Länder bereits getan haben.

Damit scheint sich die Schraube der Gehälter im öffentlichen Dienst erneut ein Stück weiter zu drehen. Dies den Angestellten und ihren Organisationen anzulasten, würde indessen den Tatbeständen nicht gerecht. Die öffentlichen Hände haben jahrelang die Beamten bevorzugt und die Öffentlichkeit mit Prozentzahlen aus den Gehaltstabellen düpiert. Sie haben dabei verschwiegen, daß die Beamtengehälter in der Praxis viel stärker gestiegen sind, weil der sogenannte Stellenkegel heute auf dem Kopf steht. Kamen früher auf fünf Regierungsräte vielleicht zwei Oberräte und ein Regierungsdirektor, so ist das heute oftmals umgekehrt, erst recht im gehobenen (Inspektoren), im mittleren (Sekretäre) und im einfachen (Amtsgehilfen) Dienst.

Daß angesichts dieser Tatsache die Angestellten zunächst einmal gleiches Recht für sich verlangen, ist begreiflich. Das gilt um so mehr, als die Angestellten vielerorts die gleiche Arbeit und die gleichen „Hoheitsakte“ verrichten, wie die besser eingestuften Beamten. j. e.