Berlins Finanzsenator Hans-Günter Hoppe (FDP) konnte seinen Stolz nicht verhehlen. Das ist verständlich, denn in seiner Haushaltsrede vor dem Abgeordnetenhaus präsentierte er einen Etat für 1967, der nur eine Steigerungsrate von 3,7 Prozent gegenüber 1966 aufweist. Es hätte für den Senat in Berlin gute Gründe gegeben, einen Etatentwurf mit einem weitaus höheren Ausgabevolumen vorzulegen. Berlin will aber bei dem allgemeinen Unbehagen über die Entwicklung von Kaufkraft und Währung durch Selbstbescheidung einen sichtbaren Beitrag zur Stabilisierung leisten.

Eine Steigerungsrate von nur 3,7 Prozent, die also wesentlich geringer ist als beim Bund und bei der Mehrzahl der Länder, dürfte außerhalb Berlins als eine kleine Sensation empfunden werden. Mit geradezu preußischer Sparsamkeit ist es in Berlin gelungen, den Bedarf an Stellen für den öffentlichen Dienst und in den Kommunalbetrieben einzuschränken. Es wurde gesiebt. Heraus kam dennoch ein Mehrbedarf von 794 Stellen. Aber auch bei den Eigenbetrieben wurde rationalisiert. So ist es gelungen, in den letzten vier Jahren insgesamt 7700 Stellen einzusparen. Damit hat der Senat von Berlin einen Beitrag zur Entspannung des Arbeitsmarkts geleistet und gleichzeitig den wichtigsten Etatposten, die Personalkosten, trotz besoldungs- und tarifrechtlicher Verbesserungen knapp gehalten.

Berlin hat ein gutes Beispiel gegeben. Es sei Bund und Ländern zur Nachahmung empfohlen.

wp