Wirtschaft

Bauund Handelsbank: Auferstanden

Es schien, als sollte der Bau- und Handelsaus der Krone des niemals richtig reif gewordenen Münemannschen Bankenimperiums, ein stilles Ende beschieden sein. Doch dann entschied die Bank für Gememwirtschaft AG (BfG], Frankfurt, anders.

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Feuilleton

Rufmord von rechts und links

Man muß dazu wissen: Bis zum 1. September 1966 genoß Walter Jens auch das Vorrecht, zu den „bürgerlich humanistischen" Schriftstellern zu zählen. Seit dem Abend dieses Tages wird er zu den „Bonner Verbündeten der heutigen das.

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DIE ZEIT

UN-Ängste

Die Vereinten Nationen sind volljährig geworden. In diesen Tagen begann ihre 21. Vollversammlung. Doch zum Feiern ist kein Anlaß.

Fahrt ins Ungewisse

Die Amerikareise des Bundeskanzlers lastet wie ein Alpdruck auf Bonn. Was Erhard mit Präsident Johnson zu besprechen hat, rührt an den Lebensnerv der deutschen Außenpolitik: Die künftige Stärke der amerikanischen Truppen in der Bundesrepublik und die damit verbundene Frage der Devisenhilfe; das nukleare Problem im atlantischen Bündnis; das Ost-West-Verhältnis.

Den Hund zum Jagen tragen

Unter Ludwig Erhard wiederholt sich nun, was sich schon unter seinem Vorgänger Konrad Adenauer abgespielt hat: Des Kanzlers eigene Partei demontiert seine Regierungsautorität Stück um Stück.

ZEITSPIEGEL

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des amerikanischen Repräsentantenhauses, L. Mendel Rivers, hat letzte Woche Folgende Vergeltungsmaßnahmen für de Gaulles NATO-Austritt gefordert: 1.

Bonn will keine Atomwaffen

Die Atompolitik der Bundesregierung erweckt zuweilen den Eindruck, sie werde nach der Methode jenes Schachspielers betrieben, der seinen Springer nicht opfert, weil er sich der Option auf einen bestimmten Zug nicht begeben will – dabei aber in Gefahr gerät, die ganze Partie zu verlieren.

An der Kasse führt kein Weg vorbei

Wenn ein Soldat der siebten US-Armee in seiner Kaserne in Ingolstadt das Licht anknipst, nimmt er die Leistung eines deutschen Versorgungsunternehmens in Anspruch.

Ums Geld der Parteien

Wenn die Parteien für ihren Wahlkampf Geld vom Staat erhalten wollen, müssen sie ein Parteiengesetz verabschieden, wie es die Verfassung vorschreibt.

Reparaturen am Grundgesetz

Allenthalben ist die Rede davon, es entspreche nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. Die Verfassungsväter seien unter dem Druck der Besatzungsmächte gestanden und hätten die Probleme von heute damals noch nicht klar erkannt.

Wolfgang Ebert:: Erhards Stärke

Wie so viele dachte ich immer, Ludwig Erhard sei ein schwacher Kanzler und seine Position werde immer schwächer, je weniger sich unsere Wirtschaft stabilisiert, je länger wir außenpolitisch in der Patsche sitzen und je tiefer seine Regierung in der Gunst der Wähler sinkt.

Wissenschaft muß aufholen

In einem Rheinhotel historischer Bedeutung verabschiedete sich der Bundesminister für Wissenschaftliche Forschung, Dr. Gerhard Stoltenberg, von seinem amerikanischen Zwei-Tage-Gast James Webb, dem Chef der NASA.

Die Affäre Zimmermann

Der Fall des CSU-Bundestagsabgeordneten Friedrich Zimmermann weitet sich zu einer CSU-Affäre aus. Das wird natürlich nicht offen zugegeben.

Erdrutsch in Schweden

Seit 1931 haben die schwedischen Sozialdemokratenbei keiner Wahl so schlecht abgeschnitten wie am vergangenen Sonntag bei den Gemeinde- und Landtagswahlen.

Südafrikas Eisenfaust

Die Szene spielte sich im vorigen Monat vor dem Zollschalter an der Pier des Kapstadter Hafens ab. Den bulligen, grauhaarigen Mann, Alter: um die fünfzig, ließ der Einwanderungsbeamte nicht passieren: "Sie können ohne die notwendige Erlaubnis nicht an Land gehen, Sir.

Von Bonn nach Bulgarien

Bundesaußenminister Schröder setzte in dieser Woche einen neuen Markstein seiner Ostpolitik: Als „Vorreiter“ wurde Staatssekretär Rolf Lahr nach Bulgarien zur Internationalen Mustermesse in Plowdiw entsandt.

„Ganz, ganz wenige Deutsche in Vietnam“

Bundesaußenminister Schröder: Die Bundesregierung hat keine rechtlichen Handhaben, um zu verhindern, daß deutsche Staatsangehörige, die sich für den Dienst in der amerikanischen Wehrmacht entschieden haben, in Vietnam eingesetzt werden.

Von ZEIT zu ZEIT

Der zurückgetretene Kanzleramtsminister Ludger Westrick wurde vom Bundeskanzler zur Teilnahme am Flug nach Washington eingeladen.

Abzug aus Santo Domingo

Die Nachhut der interamerikanischen Friedenstruppe in der Dominikanischen Republik, 550 US-Fallschirmjäger, verließ Anfang dieser Woche den Inselstaat.

Ulbrichts „Politik der Mitte“

Walter Ulbricht hat ein neues Schlagwort: In einer Rede vor dem Zentralkomitee, die vom „Neuen Deutschland“ als „bedeutsam“ ausgegeben wurde, empfahl der SED-Chef der Bundesregierung eine „Politik der Mitte“, „eine Politik, die davon ausgeht, daß ein Nebeneinanderleben der beiden deutschen Staaten auf lange Zeit unvermeidlich ist und deshalb Schritte unternommen werden sollten, die der Erhaltung des Status quo dienen“.

Comeback Sallals

Fast ein Jahr lang war der jemenitische Staatspräsident, Marschall Sallal, in der Versenkung verschwunden. Angeblich kurierte er in Kairo ein Leiden aus; wahrscheinlicher ist die Version, daß Präsident Nasser seinen Schutzbefohlenen aus dem Verkehr gezogen hatte, um die Versöhnung mit Saudi-Arabien zu erleichtern.

Das Bonner Stabilitätsprogramm

Am Mittwoch vergangener Woche debattierte der Bundestag in erster Lesung über die Stabilisierungsgesetze. Sie sollen der Regierung neue wirtschaftspolitische Instrumente liefern, damit sie wirksamer als bisher bei einer Übernachfrage (Hochkonjunktur) oder Depression in die wirtschaftliche.

Brennpunkte in Afrika

Der Kongo will Ex-Ministerpräsident Moise Tschombé in Abwesenheit als Hochverräter zum Tode verurteilen und durch Interpol jagen lassen.

Zerfällt Malaysia?

Was Präsident Sukarno in drei Jahren nicht gelang – die Zertrümmerung Malaysias –, scheint nun ohne sein Zutun Wirklichkeit zu werden.

Ende der Sowjetherrschaft?

Der französische Militärwissenschaftler und Rußland-Kenner Michael Garder kommt in seinem Buch Agonie des Sowjetsystems zu einem überraschenden Schluß: „Das gegenwärtige politische System in der UdSSR wird sich nicht über das Jahr 1970 hinaus halten können.

„Keine Deutschen, sondern Freunde“

Rund 100 junge Deutsche sind in diesem Jahr in der „Aktion Sühnezeichen“ nach Polen gereist und haben dort drei Wochen lang in den ehemaligen Konzentrationslagern Auschwitz, Chelmno, Majdanek, Stutthof und Rogoznica gearbeitet.

Wiedergutmachung an Wissenschaftler

Ein deutscher Historiker mußte 1933 den Nazis weichen. Er floh nach Südamerika und war gezwungen, sich als einfacher Landarbeiter für einen Monatslohn von 50 Mark zu verdingen, da die südamerikanischen Universitäten an seinem Spezialgebiet nicht interessiert waren.

Bewältigung nicht per Abbruch

Bundespräsident Gerstenmaier hatte sich in Israel jüngst dafür eingesetzt, daß das Haus am Wannsee abgerissen werde, in dem die SS-Führung 1942 die Endlösung der Judenfrage beschloß.

Richter in eigener Sache

Im Bundesentschädigungsgesetz heißt es, daß bei der Besetzung der Entschädigungsgerichte „dem Wesen der Wiedergutmachung in geeigneter Weise Rechnung getragen“ werden muß.

Dünnes Dementi aus Bonn

Daß wieder einmal von „Lübke-Dokumenten“ aus der Zeit des Dritten Reiches die Rede ist, geht auch auf das Konto des „Münchner Rationaltheaters“, eines politischen „Dokumentationskabaretts“.

Ohne Befehl des Richters

Der „Freundeskreis des deutschen Widerstandes“ hatte in den kleinen Saal der Gaststätte „Krokodil“ in Karlsruhe eingeladen. Es wurden der Presse Photokopien vorgelegt, mit denen bewiesen werden sollte, daß Bundespräsident Heinrich Lübke durch seine Tätigkeit bei einer Bautruppe, die Konzentrationslager baute, während des Krieges belastet sei.

Eine Million auf einen Streich

Ein Kinoplakat von überdimensionaler Größe bestimmt das Fassadenbild eines der Häuser in der Nähe der Frankfurter Hauptwache.

Gastarbeiter ausgenommen

Bad Oldesloe, die Kreisstadt von Stormarn in Schleswig-Holstein, war gleichsam mit einem Hammerschlag in den Blickpunkt der italienischen, türkischen, spanischen und griechischen Botschaften in der Bundesrepublik gerückt.

Vor Kreta ausgesetzt

Der Libanese Halil Daife hatte Glück in der Morgenstunde. Sieben Stunden lang war er im Mittelmeer getrieben, als ihn endlich griechische Fischer sichteten und an Bord zogen.

Die Polizei geht zu Fuß

Während Ford-Generaldirektor Robert G. Layton am vergangenen Freitag in Saarlouis den Grundstein für ein neues Automobilwerk (Tagesproduktion 1969: 300 Wagen) legte, werden saarländische Land- und Kommunalbedienstete langsam wieder an die Wunder der Muskelkraft gewöhnt.

Ostberliner Stadtplan: Weißensee: Friedhof der Reichen

Ein Dornröschen weit hinter der Sektorenmauer am so ziemlich unbekanntesten Ostberliner Bezirk: In Weißensee mit seinen großen Friedhöfen unter märkischem Vorstadthimmel, liegen vielleicht mehr Berliner Bürger auf sieben riesigen Ruhestätten unter der Erde, als drüber in der Hauptstadt leben.

Brückenkrieg in Bamberg

Seit der Rat der Stadt Bamberg am 18. Juli mit 24 gegen 14 Stimmen beschlossen hat, die "Untere Brücke" über die Regnitz am alten Rathaus nach einem Entwurf des Münchner Architekten Buddeberg als schlichten Betonsteg so ganz ohne Bögen wiederaufzubauen, hagelt es Proteste.

Musik war Nebensache

In New York traf sich die große Gesellschaft zur Eröffnung der neuen Met / Von Heinz Josef Herborf

Fernsehen:: Raumpatrouille

Habemus papam, wir haben wieder ein Fernsehidol. Maigret aus Mainz ist durch den ARD-Gesandten Cliff Allister McLane ersetzt, die Welt des Quai des Orfèvres ist tot, gepriesen seien die Gefilde fabulöser Unterwasserstationen, keine Rede von Angeln, Bistros und Clochards, von Kleinbürgerwohnungen und gemütlichen Kriminalistenbüros, wir sind jetzt im vierten Jahrtausend, da schimmern die Spiegel, da blitzen Geräte und Fliesen, da feiert die Elektronik Triumphe, und vor den Fenstern schwimmen bizarre Fische vorbei.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Wir dürfen die deutschen Buchhändler nicht ohne weiteres für kirchenverbunden halten. Sie sind im allgemeinen eher kritisch und „unparteiisch“, wie es ihr Beruf mit sich bringt.

Schluß mit der Konfessions-Spalterei

Während diese Woche in Frankfurt die Buchhändler und Verleger ihren Friedenspreis zwei Männern geben, die sich besonders um die Überbrückung von Konfessionsunterschieden verdient gemacht haben; während allenthalben, auf Konzilien und Kirchentagen, in Universitäten und Akademien Gottesgelehrte sich über den Widersinn verständigen, der darin liegt, innerhalb eines von außen immer stärker in Frage gestellten christlichen Glaubens Evangelisches gegen Katholisches auszuspielen, geschieht gerade das Tag für Tag überall in der Bundesrepublik.

Willem A. Visser t’Hooft

Genfer Besucher erinnern sich, wenn sie von ihren Streifzügen durch diese rege und reizvolle Weltstadt berichten, auch an eine eigentümliche Mauer mit den steinernen Figuren der Reformatoren.

Augustin Bea

Augenzeugen berichteten, wie Augustin Bea sich verhielt, als ihn Papst Johannes im Dezember 1959 zum Kurienkardinal ernannt hatte: Im prunkvollen Renaissance-Saal des Sant’ Ufficio drängten sich als Gratulanten die Würdenträger des kirchlichen und politischen Lebens.

Gehört, beklatscht, vergessen

Knapp eine Woche nachdem sie sich in Darmstadt nach den „Internationalen Ferienkursen“ voneinander verabschiedet hatten, trafen sie sich alle in Stockholm wieder, Komponisten, Rundfunkredakteure, Kritiker und Funktionäre der Neuen Musik.

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