IFC hilft bei der Finanzierung von Entwicklungsprojekten

Jährlich fließen etwa neun Milliarden Dollar aus den Industrieländern in die Entwicklungsgebiete. Dabei steht die private Hilfe etwas im Schatten der offiziellen, von den Regierungen gewährten Entwicklungshilfe. Immerhin waren es aber in den letzten Jahren etwa 2,5 Milliarden Dollar, die aus privaten Quellen kamen. Durch diesen Kanal gelangt aber nicht nur Geld, sondern auch technischer know-how und Facharbeiterwissen in die unterentwickelten Länder. Für die Schaffung einer ausgewogeneren Wirtschaftsstruktur und eines gleichmäßigeren wirtschaftlichen Wachstums in diesen Gebieten ist diese Form der Hilfe ebenso wichtig wie die Kapitalhilfe. Hier will die International Finance Corporation (IFC), eine Tochtergesellschaft der Weltbank, durch ihre Arbeit helfen.

In diesem Jahr hat die IFC ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Sie wurde im Juli 1956 gegründet, um die Arbeit der Weltbank zu ergänzen. Sie investiert in privaten Unternehmen der Entwicklungsländer ohne eine staatliche Garantie zu verlangen und versucht, private Kapitalgeber aus den Industrieländern für Investitionen in den weniger entwickelten Mitgliedsländern zu interessieren.

Finanzierung und Prüfung

Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht nur Gründungsmitglied der IFC, sie ist auch bis heute einer der größten Aktionäre unter den 82 Ländern, die sich am gegenwärtigen Kapital der IFC von fast 100 Millionen Dollar beteiligt haben. Der IFC arbeitet im Gegensatz zur Praxis der anderen internationalen Organisationen ausschließlich mit Privatunternehmen zusammen, stellt Risikokapital ohne besondere Sicherheiten zur Verfügung. Die Investitionen erfolgen durch Aktienkauf oder auch über Hingabe langfristiger Anleihen. Hierbei werden Bedingungen geboten, die auch für privates Kapital, das sich ergänzend an den Investitionen beteiligen will, attraktiv sind. Der Umfang der IFC-Investitionen ist in den letzten Jahren ständig gewachsen. Eine Vereinbarung mit der Weltbank über einen Kredit von 400 Millionen Dollar hat der IFC die Möglichkeit gegeben, noch stärker als bisher zu expandieren.

Die Arbeitsweise der IFC läßt sich in vier Kategorien einteilen:

  • Direktinvestitionen, üblicherweise durch Beleihung von Wertpapieren oder des Grundkapitals.
  • Gewährung von Standby-Krediten oder Garantien im Zusammenhang mit dem freien Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren.
  • Gewährung finanzieller und technischer Unterstützung von privaten Finanzierungsgesellschaften, die sich mit Entwicklungsprojekten befassen. So werden Investitionen garantiert, die in den Entwicklungsländern eigenes Kapital mobilisiert oder dort neue Unternehmen ins Leben rufen.
  • Verkauf von Betrieben, die durch die IFC gegründet worden sind, an private Unternehmer, so daß die IFC-Mittel an den Fonds zurückfließen und erneut für Entwicklungsprojekte eingesetzt werden können.