"Auch die Lebenslänglichen kommen nach ungefähr zwanzig Jahren schließlich mal raus", sagt der Direktor, "und auch sie müssen darum Freude an der Arbeit gewinnen. Die Zeit vergeht dann auch schneller."

Wir verlassen die Elektrowerkstatt der Zuchthäusler. Vor Zoten hat der Direktor sich umsonst gefürchtet. "Is dat vielleicht seine Tochta?" fragt ein Insasse auf gut Berlinisch einen anderen, als uns die Tür wieder aufgeschlossen wird und wir hinausgehen. Und das war alles. Selbst der Spaß an derben Witzen scheint hier zu vergehen.

"Der Sinn des Strafvollzugs", so die offizielle Definition, "ist erstens der Schutz der Allgemeinheit, zweitens, den Gefangenen zu der Einsicht zu bringen, daß er für sein Unrecht büßen muß, drittens, die Resozialisierung möglich zu machen und viertens, Willen und Fähigkeiten zu wecken und zu stärken, künftig ein gesetzmäßiges Leben zu führen."

Man tut hier vielleicht, was man kann – mit einem Psychologen, der einmal wöchentlich kommt und mit der "heilsamen Arbeit". Aber ein einziger Tag nur an diesem Ort hier ist grauenvoll – das Geräusch der Schlüssel und der eisernen Türen bleibt einem noch lange im Ohr.