Handel auf amerikanisch

Alle Einzelhändler der Stadt Montgomery in Alabama, die Produkte aus den Ostblockländern verkaufen, werden durch ihre Stadtverwaltung mit einer Sondersteuer in Höhe von 5000 Dollar bestraft. Die Stadtverwaltung zwingt außerdem diese Geschäftsleute ein Plakat mit der Aufschrift „Dieses Geschäft verkauft Waren, die aus kommunistisch versklavten Ländern stammen“ in ihrem Schaufenster anzubringen.

Frankreich auf Platz eins

Die Vereinigten Staaten sind nicht mehr das größte Lieferland der Bundesrepublik. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres ist es Frankreich gelungen, in jeder Hinsicht unser wichtigster Handelspartner zu werden. Die französischen Exporte in die Bundesrepublik haben sich von Januar bis heute gegenüber der gleichen Vorjahreszeit um 15,7 Prozent auf 5,2 Milliarden Mark erhöht. Damit wurden die USA (Export In die Bundesrepublik 5,17 Milliarden Mark) knapp vom ersten Platz verdrängt, den sie seit vielen Jahren unangefochten behaupten konnten. Als Ausfuhrland (deutscher Export in den ersten sieben Monaten 5,3 Milliarden DM) stand Frankreich schon seit langem an der Spitze vor Holland und den USA.

Volkseinkommen in der EWG

Das reale Bruttosozialprodukt der EWG-Länder ist von 1960 bis 1965 im Durchschnitt um 27,8 Prozent gestiegen (Bundesrepublik 26,6, Frankreich 28,1, Italien 30,4, Niederlande 27,8, Belgien 27,2 Prozent). Das Volkseinkommen je Einwohner betrug 1965 in der Bundesrepublik 5791, in Frankreich 5784, in Italien 3536, in den Niederlanden 5084 und in Belgien 5664 Mark. In den letzten Jahren gleicht sich das Volkseinkommen zwischen den einzelnen Ländern mehr und mehr an. Das gilt insbesondere für Italien, dessen reales Volkseinkommen je Einwohner von 1960 bis 1965 um 29,4 Prozent zunahm (Bundesrepublik 20,7 Prozent).

Genossen rücken zusammen

Eine Fusion zwischen dem deutschen Genossenschaftsverband (Schultze Delitzsch) und dem deutschen Raiffeisenverband gewinnt in beiden mittelständischen Waren- und Kreditorganisationen immer mehr Befürworter. Auf beiden Seiten scheint der Wille zu einem Zusammenschluß jetzt auch an der Spitze der Verbände vorhanden zu sein. Während für die Kreditorganisation keine erheblichen Schwierigkeiten im Falle einer Fusion gesehen werden, verhalten sich einige Warengenossenschaften – etwa die Fleischergenossenschaft und die bäuerlichen Absatzgenossenschaften bisher ablehnend. Es bedarf also noch langwieriger Verhandlungen. Die Wettbewerbsposition der beiden Kreditorganisationen würde sich durch eine Fusion erheblich verbessern. Sie erreichen heute zusammen nach Bilanzsumme (51 Milliarden Mark), Einlagen und Ausleihungen knapp ein Drittel des Volumens der Sparkassenorganisation.