Gewaltige Summen fließen in jedem Jahr in die Kassen der Versicherungsunternehmen. Dementsprechend erhöhen sich die Mittel, die sie dem Kapitalmarkt zur Verfügung stellen können. Das Vermögen der privaten Versicherungen hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt und erreicht gegenwärtig über 50 Milliarden Mark. Den Löwenanteil davon besitzen die Kapitalversicherungen, also die Lebensversicherungen und Pensionskassen. Die von dieser Gruppe verwalteten Gelder erreichten 1965 rund 46,8 Milliarden Mark. Dieses Übergewicht kommt dadurch zustande, daß die Schaden-, Unfall- und Rückversicherungsgesellschaften ihre Gelder nicht so langfristig festlegen können wie die Kapitalversicherungen. Bei ihnen ist es immer ungewiß, ob und wann Schadensfälle in größerem Umfang auftreten. Um für alle Eventualitäten gesichert zu sein, gilt ihre Anlagenpolitik in erster Linie der Sicherung einer ständigen Zahlungsbereitschaft. Ganz anders bei den Lebensversicherungen und Pensionskassen. Diese können mit großer Sicherheit berechnen, wann die Leistungen, also die Auszahlung der Lebensversicherungen, Renten und Pensionen, fällig werden. Nicht hohe Liquidität, sondern hohe Erträge sind für sie entscheidend, da die Versicherungsnehmer sich den Gesellschaften zuwenden, die ihnen die höchste Gewinnbeteiligung in Aussicht stellen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat untersucht, wie die 7,1 Milliarden Mark, die den Kapitalversicherungen voraussichtlich in diesem Jahr aus Beiträgen, Verkauf alter Vermögensanlagen und den Rückflüssen früher gewährter Kredite zufließen, angelegt werden. Je nach der Lage am Kapitalmarkt und der Nachfrage nach Fremdkapital schwankt die Verwendung dieser Beträge von Jahr zu Jahr. Wegen der hohen Zinssätze hat vor allem die Hergabe von Hypothekendarlehen in diesem Jahr stark zugenommen.