Eine rassisch bedingte Eigenart

Auffallend viele Neger können keine Milch Vertragen. Eine in Uganda durchgeführte Untersuchung ergab, daß 72 Prozent der Bewohner des afrikanischen Staates an einem Laktase-Mangel leiden; ihr Körper produziert nicht in ausreichendem Maße das Enzym, das zum Abbau des Milchzuckers im Organismus erforderlich ist. Auch in den Vereinigten Staaten kommt dieser Enzym-Mangel vornehmlich unter der Negerbevölkerung vor. Diese seit längerem bekannte Tatsache wurde erst kürzlich wieder durch einen an der John Hopkins Universität in Baltimore durchgeführten Test bestätigt, an dem 20 weiße und 20 farbige Amerikaner teilnahmen. 21 der Versuchspersonen konnten Milch nicht tolerieren, 19 davon waren Neger.

Dr. Theodore Bayless und Dr. Norton Rosenzweig, die hierüber im „Journal of the American Medical Association“ (19. September) berichten, schlagen als Erklärung für diese so deutlich rassisch und daher sicher erbbedingte Eigenschaft vor: Im westlichen Zentralafrika, dem Herkunftsgebiet der meisten amerikanischen Neger, war die Milchviehhaltung wegen des von der Tsetse-Fliege verursachten Krankheitsbefalls der Tiere so gut wie unmöglich. Daher ist es sehr wahrscheinlich, daß die Vorfahren der dort ansässigen Volksstämme nach dem Säuglingsalter keine Milch oder Milchprodukte mehr zu sich nahmen. Mithin bestand im Körper dieser Menschen auch kein Bedarf an Laktase. Daran hat sich der Organismus genetisch angepaßt und das Enzym nach dem Säuglingsalter nicht mehr produziert. V. G.