Zu den Vorzügen der Beamtenlaufbahn gehört, daß an ihrem Ende die Pension steht, das Ruhegehalt. Der Beamte hat einen gesicherten „Lebensabend“, gleichgültig, ob er achtzig oder hundertzehn Jahre alt wird; und wenn er stirbt, erhält die Witwe bis zu ihrem Lebensende immerhin noch sechzig Prozent seiner Pension. Wieviel Geld aber muß ein Angestellter oder ein Mann im freien Beruf zurücklegen, wenn er nach Vollendung des 65. Lebensjahres, im Ruhestand, der Geldsorgen ähnlich ledig sein will wie ein Beamter?

Pension des Beamten und Altersversorgung in der freien Wirtschaft lassen sich nur unter Schwierigkeiten miteinander vergleichen. Anstelle komplizierter Rechenaufgaben seien hier lediglich ein paar Beispiele genannt, trocken wie die Zahlen, um die es dabei geht:

In Hamburg, dessen Beamtenbesoldung etwa der Nordrhein-Westfalens entspricht, erhält ein Obersekretär, verheiratet, nach 35 Dienstjahren, heute mit dem vollendeten 62. Lebensjahr eine Pension von 792,02 im Monat. Ein Obersekretär steht in der Beamtenhierarchie nicht sonderlich hoch. Wollte ein Mann im freien Beruf eine Altersrente erreichen, die der Obersekretärs-Pension entspricht, müßte er vom 18. Lebensjahr an monatlich 150 DM für eine private Altersversicherung aufbringen, und das nicht bis zum 62., sondern bis zum 65. Lebensjahr. Dann erhält er im Erlebensfall eine Rente von 792 DM, aber nun nicht etwa bis zum Lebensende, sondern nur für zehn Jahre, bis zum 76. Geburtstag.

Wenn der Mann im freien Beruf sich erst mit dreißig Jahren um seine Altersversorgung kümmert, müßte er monatlich etwa 212 DM zahlen, falls er sich zehn Jahre Rente in Obersekretärs-Pensionshöhe sichern will; und wenn er die private Altersversicherung erst mit 45 Jahren abschießt, sind es 413 DM im Monat.

Um eine der Beamtenpension ungefähr gleichwertige, nicht auf zehn Jahre begrenzte Lebensversicherung (fachlich: „Todes- und Erlebensfallversicherung mit Endalter von 65“) zu erhalten, muß der Mann im freien Beruf, wenn er die Versicherung als Achtzehnjähriger abschließt, 47 Jahre lang 169 DM Prämie im Monat zahlen. Wer die Versicherung mit 30 abschließt, hat 35 Jahre lang 239 DM aufzubringen; und fängt man mit 45 Jahren an, für sein Alter zu sorgen, sind es zwanzig Jahre lang 465 DM Prämie im Monat. Soviel bringt nur auf, wer an die dreitausend bis viertausend Mark monatlich einnimmt; er hätte dann die Altersversorgung eines mittleren Beamten. Nach dem gegenwärtigen Stand, wohlgemerkt.

Wer im Alter wie ein Oberstudienrat oder ein Amtsgerichtsrat versorgt sein will (1608 DM Pension), muß im freien Beruf – sollte er auf die Idee kommen, schon mit 18 Jahren daran zu denken – bis zum 65. Lebensjahr monatlich 359 DM für die Altersversicherung anlegen. Bei einem Versicherungsabschluß im Alter von 30 Jahren sind es monatlich 506 DM, für einen 45jährigen monatlich 987 DM. Das also sicherte eine Altersrente, die mit der Pension eines Oberstleutnants, eines Oberregierungsrates zu messen ist.

Leichter als der Mann im freien Beruf kann ein Angestellter, der auch dann noch seine Beitragsmarken klebt, wenn er die Pflichtversicherungsgrenze (1800 DM Einkommen im Monat) überschritten hat, seine Altersversicherung der Beamtenpension anpassen. Nach den gegenwärtig geltenden Festlegungen hat ein Angestellter mit 65 Jahren eine Höchstrente von 702 DM monatlich zu erwarten. Ein Fachschulingenieur zum Beispiel, der schon in der Ausbildung, als Sechzehnjähriger begann, Beitragsmarken für die Angestelltenversicherung zu kleben, mit 30 Jahren die Pflichtversicherungsgrenze überschritt, weiterklebte und mit 45 etwa Betriebsleiter mit einem Monatseinkommen von etwa 3000 DM brutto geworden ist – wenn er eine der Oberregierungsrats-Pension vergleichbare Altersversorgung haben will, muß er (oder sein Betrieb oder beide gemeinsam) immer noch 20 Jahre lang 574 DM Versicherungsprämie im Monat aufbringen. Hätte er eine entsprechende Zusatzversicherung schon als Dreißigjähriger abgeschlossen, würden 294 DM monatlich genügen.