Wirtschaft

Wohnen in der Statistik

Wohnungswirtschaftliche Zahlen, herausgegeben von Henning Dreis, Verlag Deutscher Wohnungswirtschaft GmbH, Düsseldorf 1966, 74 Seiten Rund 25 Milliarden Mark wurden im vergangenen Jahr in den Wohnungsbau investiert.

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DIE ZEIT

Berufsarmee statt Wehrpflicht?

Vor dem Verteidigungsminister türmt sich ein Gebirge von Problemen auf. Die Überwindung der Führungskrise und all der vielen Unzulänglichkeiten der inneren Verfassung wie der inneren Organisation der Bundeswehr ist noch das geringste.

Punktsieg für Goldberg

Über den militärischen Stand des Vietnamkrieges mag es geteilte Meinungen geben. Diplomatisch ist Washington in diesem Konflikt derzeit im Vorteil – das hat mit seiner Rede vor der UN-Vollversammlung Botschafter Goldberg bewirkt.

Johnson schont Erhard

Bundeskanzler Erhard befand sich bei seiner fünften Begegnung mit Präsident Johnson in der beinahe bemitleidenswerten Lage, als personifizierter „Mister Wirtschaftswunder“ in Amerika um einen Zahlungsaufschub ersuchen zu müssen.

ZEITSPIEGEL

Vor kurzem erschien im Sunday Telegraph vom emigrierten, nunmehr in England lebenden sowjetischen Journalisten und Erzähler Leonid Wladimirowitsch Finkelstein ein Artikel, in dem er darlegte, warum er Rußland verlassen habe.

Die Letzten von Spandau

Berlin, Flughafen Gatow, 18. Juli 1947, 8.30 Uhr. Aus einer amerikanischen Militärmaschine klettern sieben Männer mit Handschellen gefesselt, bewacht.

Kapitulation vor den Beamten?

Ein „Instrument der Herrschaft“ hat Max Weher das Berufsbeamtentum genannt. Diese Definition muß jetzt revidiert werden. Was der Vorsitzende des Beamtenbundes, Alfred Krause, in Godesberg versuchte, lief im Grunde darauf hinaus, die „Herrschaft des Instruments“ zu etablieren.

Krause kontra Bundeskanzler

Hätte Karl Mildenberger Cassius Clay aus dem Ring gefeuert, so wäre die Kabine des-Siegers kaum von einer größeren Telegrammflut überschwemmt worden als das Interimsbüro des Beamtenbund-Bosses Alfred Krause in der Godesberger Stadthalle, nachdem er den im Nehmen schwachen Bundeskanzler durch wohlgezielte rhetorische Schwinger auf den Solar plexus erst an die Seile und dann aus dem Saal gedrängt hatte.

Haben es unsere Staatsdiener zu gut?

Zu den Vorzügen der Beamtenlaufbahn gehört, daß an ihrem Ende die Pension steht, das Ruhegehalt. Der Beamte hat einen gesicherten „Lebensabend“, gleichgültig, ob er achtzig oder hundertzehn Jahre alt wird; und wenn er stirbt, erhält die Witwe bis zu ihrem Lebensende immerhin noch sechzig Prozent seiner Pension.

Neue Männer im State Department

Selten haben wichtige Veränderungen im auswärtigen Dienst der USA so wenig Aufschluß darüber gegeben, was sie außerpolitisch bedeuten, wie die von Präsident Johnson auf einer Pressekonferenz aus dem Handgelenk mitgeteilte Ernennung von drei neuen Spitzenfunktionären im State Department.

"Die armen Schweine..."

Die Bundeswehr-Debatte war ein Lehrstück parlamentarischer Demokratie. Selten ist so exemplarisch deutlich geworden, daß die Diskussionen im Bundestag einen doppelten Sinn verfolgen: Sie sind Instrument der Parteitaktik, Teil des kontinuierlich geführten Wahlkampfes, aber sie dienen auch dazu, der Öffentlichkeit ein Problem sichtbar zu machen und es (vielleicht) zu lösen.

Weltspiegel UN

In der Satzung der Vereinten Nationen über Zweck und Grundsätze der Weltorganisation nimmt der Hinweis auf ihre wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und humanitären Aufgaben nur drei Zeilen ein.

Von ZEIT zu ZEIT

Beim Besuch Ludwig Erhards in Washington konnten die deutsch-amerikanischen Meinungsverschie- denheiten über die Devisenausgleichskäufe in den USA nicht überbrückt werden.

Das Ende einer Affäre

Der kanadische Richter Wishart Spence, Chef der Untersuchungskommission, die Licht in die „Munsinger-Affäre“ bringen sollte, kritisierte scharf das Verhalten des ehemaligen konservativen Premierministers John Diefenbaker, der im Fall des spionageverdächtigen Playgirls aus München zugunsten seines stellvertretenden Verteidigungsministers Pierre Sevigny entschieden habe und nicht zugunsten der Nation.

„Man wird ihn nicht schonen“

Nach seiner Rückkehr aus den USA stehen Ludwig Erhard anscheinend schwere Wochen bevor. Teile der CDU wollen nicht länger auf die Kabinettsreform warten.

Fäkalien-Attentat

Der 48jährige südkoreanische Abgeordnete Kim Du Han demonstrierte auf penetrante Weise, wie man eine Kabinettsreform provozieren kann.

Zwischen weißen Bastionen

Zwei neue afrikanische Staaten werden in diesen Tagen in die Unabhängigkeit entlassen: Aus dem britischen Protektorat Betschuanaland wird am Freitag die Republik Botswana, aus dem Protektorat Basutoland am Dienstag das Königreich Lesotho.

Namen der Woche

Joseph Mobutu, der Präsident des Kongo, ließ die Meuterei von 3000 Katangern in Kisangani mit Gewalt niederwerfen. Den Streit mit Portugal und Spanien, die von ihm der Komplicenschaft mit Moise Tschombé bezichtigt werden, führte er bis an den Rand des Abbruchs aller Beziehungen.

Invasion im Flaschenhals?

Einen Tag nach der Friedensrede Goldbergs vor der UN – Vollversammlung schreckte die New York Herald Tribüne ihre Leser mit der Meldung, westliche Diplomaten in Saigon hielten eine solche Invasion durchaus für möglich.

Mit grimmigem Gesicht

Mißmutig stellte sich Ludwig Erhard den Kameras, ehe er sich zum Flug über den großen Teich aufmachte: „Wir werden gewiß nicht leichte Gespräche zu führen haben.

Öffnung nach Osten

Wer die Wiedervereinigung ernstlich will, der sieht Deutschland in diesen Jahren unter einem Himmel voll dunkler Wolken. Aber sie brauchen nicht für immer zu bleiben.

Am Rande des Abgrunds

Was einst für den Kongo galt, trifft jetzt auf Nigeria zu: Nichts ist in Afrika unmöglich, nichts ist sicher. Diese Bundesrepublik, mit 54 Millionen Einwohnern der volkreichste Staat auf dem Kontinent, zerfällt unaufhaltsam, und die Frage lautet nur noch, wie tief die Gräben bleiben werden, die sich zwischen den vier Regionen und den großen Volksstämmen des Landes auf getan haben.

Abschied von Paul Reynaud

Für den Staatsmann Paul Reynaud, der, 87jährig, in Paris starb, hat es nur ehrenvolle Nachrufe gegeben, abgesehen von den Stimmen der Kommunisten, die ihm ihre Feindschaft über den Tod hinaus bewahrten.

Notstandsprobe

Die Parlamentarier proben den Notstand. Vom 17. bis 21. Oktober wird der „gemeinsame Ausschuß“ von Bundestag und Bundesrat an der NATO-Übung „Fallex 66“ teilnehmen, auch die Mitglieder der SPD.

„Hai“ – danach

Vierzehn Tage danach weiß man noch immer nicht, warum das Unterseeboot „Hai“ gesunken ist. Eine Gutachterkommission der Marine und zwei zivile Werftingenieure – einer von den Kieler Howaldtswerken, wo das Boot in Dienst gestellt, und einer von Blohm & Voss in Hamburg, wo es umgebaut wurde – untersuchen das geborgene und nach Emden geschleppte Wrack.

Dritte Kraft ohne Herrlichkeit

Die Chancen der britischen Liberalen steigen immer nur dann, wenn weit und breit keine Wahl zu sehen ist. Was Wilson nicht schafft, und was Heath versäumt, kommt Parteiführer Grimond doppelt zugute.

Krisenbewußt

Seit Wochen vergeht kein Tag, an dem sich nicht irgendein prominenter Politiker der Union beschwichtigend, mahnend oder drängend über den Zustand der Partei und der Regierung äußert.

"Hilfskreuzer Annemarie" besorgte die Säge

Es war vor zwei Jahren am 26. September 1964 in Amsterdam. Die Turmuhr derWesterkerk zeigte 9.38 Uhr. Ein Mann – sein Gesicht war mit Schuhcreme geschwärzt – betrat den Laden des Juweliers Hermann Schipper am Heiligeweg.

Er malte die Dornenkrone, Vögel und Russen

Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Photoreporter hatten keinen Zutritt. Die Atmosphäre war gereizt, als am vergangenen Freitag vor der Jugendkammer des Landgerichts Bremen der 19 Jahre alte Jürgen Rosteck in der Anklagebank erschien.

Liste der kleinen Entbehrungen

Die allgemeine Finanzmisere hat auch Hannovers Haushalt mit erheblichen Mangelkrankheiten infiziert. Die Stadt leidet nicht nur unter der Ausdörrung des Kapitalmarkts, auf dem Darlehen zu erschwinglichen Preisen nicht zu haben sind.

Rekordzeit für eine Fuge

Auch er habe, so gestand Willy Brandt am Sonntagvormittag in der Philharmonie, in der die 16. Berliner Festwochen eröffnet wurden, mit dem diesjährigen Motto nicht sehr viel anzufangen gewußt.

Die Schwebebahn spielt mit

Die jüngste „Theaterweihe“ berührte sympathisch wie selten eine: Wuppertal hat sein neues Schauspielhaus gerade noch unter Dach und Fach gebracht, bevor die Ebbe in den Gemeindekassen größere Baupläne blockiert.

Bücher, Begegnungen, Business

Von der XVIII. Frankfurter Buchmesse berichten Petra Kipphoff, Rudolf Walter Leonhardt und Dieter E. Zimmer

Wenn zwei das gleiche machen

Drei verlegerische Großunternehmen, die auf dieser Messe vorgestellt wurden, gibt es jeweils doppelt: Sowohl Bärmeier & Nikel wie Diogenes bereiten gleichzeitig umfangreiche Jules-Verne-Ausgaben vor, sowohl der Deutsche Taschenbuchverlag wie Rowohlt geben Taschenbuchlexika heraus, sowohl Hanser wie Insel haben eine preiswerte Schiller-Ausgabe veröffentlicht, von denen jede auf eine hohe Auflage angewiesen ist.

Darf man nach der Bedeutung fragen?

Kein Wunder also, daß sich alle Hoffnung auf das Haus Rowohlt konzentrierte, das auf großem Plakat, auch als Eintrittskarte zu verwenden, ein De-Collage-Happening von und mit Wolf Vostell angekündigt hatte.

Schatten über Frankfurt

Heiter sei die Kunst, meinte Schiller. Von solcher Heiterkeit war dieses Jahr in Frankfurt weniger zu merken als früher. Zwar füllte sich das Foyer des Hessischen Hofes noch immer mit bemerkenswert schönen Frauen aus aller Herren Ländern, und in Jimmys Bar war zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens wie eh und je kaum ein Platz zu kriegen, zwar gaben die großen Verlage, die etwas auf ihr Renommee halten, wie eh und je Partys und Empfänge, bei denen Hausmarken-Sekt und knapp dreijähriger Whisky in Strömen flossen – und dennoch war „nicht viel los“.

Ich bin das Establishment

Podiumsdiskussionen werden möglichst von durchtrainierten, reisenden Redeathleten, die sich zu wechselnden Mannschaften zusammenfinden, nach festen Regeln gespielt.

Monolog zwischen Ost und West

Um so mehr verwunderte sich der Empfänger der freundlichen Druck-Karte, eingeladen zu sein in das modernste Frankfurter Hotel von nicht nur dem Bremer Schünemann-Verlag, sondern vor allem von Rütten & Loening, Ostberlin, sowie von Rütten + Loening, München.

Der Kampf um Hemingway

Hohe Auflagen und Bestseller-Ehren sind in unseren Tagen durchaus nicht nur der Prominenz vorbehalten. Als Churchills Leibarzt, Picassos Lebensgefährtin, Kennedys Sekretärin kann man mit einem so intensiven Publikumsinteresse rechnen, daß es unverzeihlich dumm wäre, dieses nicht in bare Münze umzusetzen.

Was ist die Messe dem Verleger wert?

Der erste Teil der Frage läßt sich einigermaßen präzise beantworten. Drei typische Beispiele dazu (der Diskretion halber verundeutlicht, aber nicht erfunden): Einer der wenigen wirklich großen Verlage, eine Firma mit einem Jahresumsatz von sagen wir 15 Millionen DM, die nicht nur mit einem großen und großartig ausstaffierten Stand vertreten ist, sondern auch noch alle Welt ein- oder zweimal in ein teures Hotel zu kaltem Büfett und Sekt bittet, eine Firma also, die ob ihres Aufwands viel bewundert, viel geschmäht wird, gibt für die ganze Herrlichkeit (Standmiete, Dekoration, Empfänge, Spesen der zahlreich in Frankfurt vertretenen Mitarbeiter) rund 11 000 DM aus – das sind etwa 0,7 Promille ihres Jahresumsatzes.

Und dann nach Moskau

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels will nach Moskau, genauer: er beabsichtigt, wie jetzt in Frankfurt am Main bekannt wurde, 1968 in der sowjetischen Hauptstadt Bücher westdeutscher Verleger auszustellen.

Deutschland, deine Sternchen sind schnuppe

Als ich meinen Film „Playgirl“ am Vorabend der letzten Berliner Filmfestspiele im ersten Haus am Kurfürstendamm uraufführte, stand ich ohne die Stars des Unternehmens da.

Ausverkauf dramatischen Talents

Vor vier Jahren leitete die Deutschland-Premiere von Osbornes „Luther“ eine neue Theaterära in Bremen ein. Auch die jüngste deutsche Erstaufführung eines Osborne-Stücks fiel Bremen und dem Regisseur Peter Zadek zu.

ZEITMOSAIK

Der vom Hoffmann und Campe Verlag (Hamburg) gestiftete „Heine-Taler“, ein mit 6000 DM dotierter Preis für junge Lyriker, wanderte in diesem Jahr zum erstenmal.

Fernsehen:: Fritsch oder Schmidt

Seit der Zeit, da Phrynichos und Aischylos in der „Eroberung Milets“ und den „Persern“ zeitgeschichtliche Ereignisse als Dramenobjekte verwandten, ist die Frage niemals verstummt, in welcher Weise der Schriftsteller am besten Figuren, die jedermann gesehen hat, und Phänomene darstellen könne, deren Auswirkungen Zuschauer und Leser am eigenen Leibe erfuhren.

Gespräche im Konzertsaal

Gerd Albrecht ist seit dem 1. August 1966 Generalmusikdirektor in Kassel. Bereits als GMD in Lübeck hat er das durchgeführt, was er „Gesprächskonzerte“ nennt, und unter anderem Kelemens Kantate „Les Mots“ uraufgeführt.

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