Am Sonnabend beginnt „der Welt größte Photomesse“, die Photokina, in Köln. Der Name des Veranstalters – der Verband der Deutschen Photographischen Industrie e.V. – deutet an, worum es „eigentlich“ geht: um die Zurschaustellung aller Erzeugnisse, die direkt oder indirekt zum Photographieren, zum Filmen, zum Produzieren von Fernsehsendungen aller Art gebraucht werden. Neben der Bundesrepublik beteiligen sich daran fünfzig Länder. Zum Begriff „Photokina“ gehört indessen längst auch das, was photographiert oder gefilmt worden ist. Es wird in zwanzig Abteilungen vorgeführt. L. Fritz Gruber, der künstlerische Leiter dieses Programmes, hat sich diesmal den Titel „Dimensionen“ dafür ausgesucht. Ihn hat wohl die Vieldeutigkeit des Wortes gereizt.

Es geht brav und extravagant, künstlerisch und auch spektakulär zu. So werden vermutlich vier Schaustellungen mit der allergrößten Aufmerksamkeit rechnen dürfen.

Zuerst: ein Fernsehstudio des Westdeutschen Rundfunks. Es werden dort, so heißt es, „Sendungen für das ARD-Programm und für die Besucher der ‚photokina‘ produziert und ausgestrahlt“. Das heißt: man darf hier mal hinter den Bildschirm blicken und dabei erfahren, wie es „beim Fernsehen“ wirklich vor sich geht. Auf dem Programm stehen das „Magazin der Frau“, die „Litfaßsäule“, „Jugendphotographie“, dann die „Sportschau“, ein Photokina-Bericht und die Sendung „Monitor“, schließlich Unterhaltungssendungen. Und nicht nur das: das Publikum selber ist eingeladen, mitzuwirken: es darf vor der Kamera prominente Regisseure, Moderatoren und Ansager inverviewen. Auch Kulissen sind zu betrachten.

Zweitens: Unterwasser-Photographie, um dem Stecken-Seepferd Sporen zu geben. Schauplatz ist das „einzige Schaubecken Europas“, in dessen 40 000 Litern Wasser „Froschmänner, Badenixen und Aquanauten zeigen, wie man Bilder unter Vasser macht.“

Drittens: das „wohl größte Photoatelier Europas mit Scheinwerfern, Hintergründen, präzisen Kameras und erstklassigem Zubehör“. Die Adjektive sagen es: die Geräte stammen von ausstellenden Firmen. Das Superlativische wird fortgesetzt mit der Ankündigung, es würden prominente Photographen mit Hilfe attraktivster Photomodelle hervorragende Aufnahmen machen.

Viertens: zwei Sonderkinos zeigen eine Auswahl preisgekrönter Kurzfilme vieler Länder. In einem, dem Industriefilm-Kino, ist „die erste vollautomatische Kinoanlage der Welt“ installiert, im anderen wird zum erstenmal die „neueste dreidimensionale Kinotechnik“ vorgeführt.

Unter den Photoausstellungen sind vor allem erwähnenswert: