Durch die Tierparks Kenias, Tansanias und Ugandas

Von Eka von Merveldt

Es sieht aus wie in der Schweiz, im Bergland am Fuße des Kilimandscharo, aber die Vegetation des grünen fruchtbaren Landes ist üppiger als im Tessin, die Äquatorsonne prahlt mit ihrer Kraft. Die Nächte sind kühl oder kalt, am Tage kann es sehr heiß werden.

Einer der tüchtigsten und intelligentesten afrikanischen Stämme, die Chaggas, haben diese Hänge kultiviert. Als sie sahen, daß die europäischen Pflanzer im „Weißen Hochland“ nicht nur zum eigenen Verbrauch, sondern zum Verkauf große Kaffeeplantagen anzulegen begannen, pflanzten sie die Bäumchen auch an unter ihren Bananenbäumen, von denen sie in der Hauptsache leben. Sie organisierten den Export, sie haben heute reiche Dörfer mit Hospitälern und Schulen. Doch bewährten sie sich nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Verwaltung und im Hotelfach.

Marangu, ein reicher, blütenprangender Ort im Chaggaland in 1700 Meter Höhe, ist der Ausgangspunkt zu Bergwanderungen, zu der Bismarckhütte, zu Wasserfällen und zur Besteigung der Kilimandscharo-Gipfel Kibo (5895 Meter) und Mawensi (5353 Meter). Auf einem der Hügel in Marangu thront eine noch immer tätige Mission, die in diesem Gebiet viel für die Bildung (Education) der Leute getan hat. Die sehr besuchten Hotels Kibo und Marangu haben europäischen Standard mit großen Gärten, Schwimmbad, viel Personal, Tennis, der Möglichkeit, Forellen zu angeln, die Gipfel zu besteigen oder Ausflüge in die Tierparks zu machen. Pensionspreise zwischen 20 und 30 Mark. Die Bevölkerung ist lebenslustig, farbenfreudig gekleidet und freundlich zu den Fremden.

Wilde Tiere – halbgezähmt

Vom Kibo-Hotel führte mich ein junger Chagga zum Artist Workshop am nächsten Hang. Die Künstler waren nicht da, aber in einer Art Schuppen waren Werke der neuen Kunst Ostafrikas ausgestellt. Die Experimentierfreude, die Vehemenz ist bemerkenswert, wenn auch noch alles in den Anfängen steckt und europäische Vorbilder nicht-verleugnet werden können. Elimo Njau, ein Chagga, ist Leiter dieses Workshop. Er begann mit Kirchenwandgemälden. In München war vor einiger Zeit eine Ausstellung von ihm angeregter Kinderzeichnungen zu sehen.