Johann Sebastian Bach: „Unser Mund sei voll Lachens“ und „Liebster Gott, wann werd ich sterben“, Kantaten; Sailer, Hellmann, Krebs, Wenk, Heinrich-Schütz-Chor, Heilbronn, Südwestdeutsches Kammerorchester, Leitung: Fritz Werner; Electrola SMC 95 154, 25,– DM

Die großen Melodienbögen, ausdrucksstärkste Bestandteile Bachscher Werke, sind hier vor allem beachtet. Nichts mehr vom „Nähmaschinen-Bach“, jenem Interpretationsstil, der vor allem den motorischen Rhythmus betonte. Ganz besonders rührt hier die Verhaltenheit in den stillen Partien an. Ein besonderes Lob für die von französischen Musikern geblasenen Flöten und Oboen.

„Marilyn Home singt Arien von Mozart, Rossini, Donizetti und Meyerbeer“; Orchester des Royal Opera House Covent Garden, Leitung: Henry Lewis; Teldec SXL 21 134–B, 21,– DM

Eine Sängerin, deren Stimme vom tiefen Alt bis zum Sopran reicht und die wir bisher in Werken von Monteverdi, Gesualdo oder Händel kannten, weist sich jetzt als Star der großen Oper aus. Auch das neue Repertoire beherrscht sie mit gleicher Brillanz. Sie fasziniert durch dynamische Schattierungen und bewundernswerte Koloraturen.

Johannes Brahms: „Streichquartett Nr. 3 B-dur, op. 67“ und Robert Schumann: „Klavierquintett Es-dur, op 44“; Budapester Streichquartett, Rudorlf Serkin, Klavier; CBS 72 429, 25,– DM

Brahms’ „ungarisches“ Quartett, das man getrost auch „Hommage à Dvořák“ nennen könnte, spielt das Budapester Quartett mit viel Temperament; dramatisch und „sinfonisch“ klingt Schumanns Klavierquintett: zwei Ausdrucksarten, die die Künstler gleichermaßen meisterhaft beherrschen.