Mißmutig stellte sich Ludwig Erhard den Kameras, ehe er sich zum Flug über den großen Teich aufmachte: „Wir werden gewiß nicht leichte Gespräche zu führen haben.“ Trotz Warnungen seiner Freunde hatte der Krisen-Kanzler seinen Besuch im Weißen Haus nicht verschieben wollen. Er nahm nicht nur den rücktrittsreifen Verteidigungsminister von Hassel mit, sondern auf Anraten des Bundespräsidenten auch noch den zurückgetretenen Kanzleiminister Westrick. Außerdem ließ er sich von Frau, Tochter und Schwiegersohn begleiten, als handele es sich um einen Staats- und nicht um einen Arbeitsbesuch.

Der Empfang in Washington war wenig verheißungsvoll. Präsident Johnson hatte lediglich den (ebenfalls zurückgetretenen) Staatssekretär Ball zum Flughafen entsandt. Den schlechten Eindruck machte der Präsident wieder wett, als er seinen Gast am Dienstag zu einem unvorhergesehenen Abstecher nach Kap Kennedy einlud.

Das wichtigste Gesprächsthema – der Devisenausgleich für die amerikanischen Stationierungskosten in Deutschland – war so hart umstritten, daß ein gemeinsames Kommuniqué erst nach mehrstündigen, mühsamen Verhandlungen veröffentlicht werden könne. Die deutsche Delegation wünschte einen vier- bis fünfjährigen Zahlungsaufschub für den noch offenen Betrag von 2,6 Milliarden Mark, der eigentlich bis zum 30. Juni 1967 eingelöst sein sollte. Auch wellte Bonn dafür nicht nur Waffen kaufen. Die USA bestanden zunächst auf pünktlicher Zahlung. Einig wurde man sich noch nicht.

Das andere heikle Thema der Gespräche – die alliierten Truppenstärken in Deutschland – wurde zunächst an eine deutsch-britisch-amerikanhche Studiengruppe weitergereicht.