In seinem (einst zwölf Jahre verbotenen) Buch „Die Zeitlawine“ berichtet Rudolf Brunngraber, daß ein Dr. Charles H. Maye in Rochester den Wert eines Menschen mit genau zwei Dollar errechnet habe: Das Fett eines Menschen reiche zur Herstellung von sieben Stück Seife; aus seinem Eisen lasse sich ein mittelgroßer Nagel schmieden; der Zucker genüge für ein halbes Dutzend Faschingskrapfen; mit dem Kalk könnte man gerade einen Kükenstall weißen; der Phosphor ergäbe 2200 Zündholzköpfe; mit dem Schwefel könnte man einem Hund die Flöhe vertreiben, mit dem Kalium einen Schuß aus einer Kinderkanone abgeben, und dazu käme noch eine Prise Magnesium. Summa summarum – zwei Dollar.

Im Zeitalter der Verwaltung nimmt man es auch mit zwei Dollar sehr genau. Man registriert sie, verteilt sie auf bestimmte Konten, verbucht ihren Ein- und Ausgang und versieht jeden Dollarschein mit einer Nummer.

Der Lehrling, der in einen Betrieb eintritt, bekommt seine Personalnummer.

Der Rekrut, der zum Wehrdienst eingezogen wird, bekommt seine Personenkennziffer.

Das junge Mädchen, das sich in einem Versandhaus ein hübsches Kleid bestellt, bekommt seine Kundennummer.

Der Geschäftsmann, der seine erste Jahresbilanz errechnet, bekommt eine Steuernummer.

Das Mannequin, das sich bei einer ausländischen Agentur bewirbt (im Bundesgebiet dürfen nur die Arbeitsämter vermitteln), bekommt eine Laufnummer.