Hamburger sind keine Stubenhocker

Wie war die Struktur, wie die Verhaltensweise des westdeutschen Urlaubers im Jahr 1965? Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr hat diese Fragen zum Gegenstand einer Markterhebung gemacht und kann sie nunmehr ausführlich beantworten. Also: 80 Prozent aller Flugurlauber buchten ihr Ferienarrangement bei einem Reisebüro, die durchschnittliche Urlaubsreise führte 450 Kilometer vom Wohnort fort und nur acht Prozent der Erholungsbedürftigen überschritt die Tausend-Kilometer-Grenze. Am reiselustigsten zeigten sich die Hamburger und die Berliner, junge Leute unter 20 Jahren und leitende Angestellte. Was den Deutschen Reisebüro-Verband, in dessen Auftrag die Erhebung durchgeführt wurde, indes am meisten befriedigt haben dürfte: Reisebürokunden lobten in der Überzahl die höfliche und fachkundige Beratung bei der Urlaubsplanung.

Top Tours

Die großen Touristik-Unternehmen schwimmen nicht auf der allgemeinen Teuerungswelle. Rationalisierung und der Einsatz der Düsenmaschinen im Charterverkehr, der den Umlauf beschleunigt, verhalfen zu erheblichen Preisrückgängen. Auch die Israel-Reise wird unter der erstrebten 1000-Mark-Grenze angeboten. Der Reisedienst Transeuropa hat dafür auch schnell ein fremdes Zauberwort bereit: Top Tours.

Knigge im Kleinformat

In Spanien gilt es als taktlos, Rechnungen „aufzurunden“. Vielmehr soll sich der Gast den Restbetrag herausgeben lassen und erst dann „eine runde Münze, keine Handvoll Kleingeld“ als Trinkgeld geben. Das gehört mit zu den Tips aus dem Knigge im Kleinformat, den das Reiseunternehmen Scharnow für seine Spanien-Urlauber angefertigt hat. Reiseführer für andere Urlaubsländer sollen folgen. Der Scharnow-Kunde bekommt sie bei der Buchung kostenlos mitgeliefert.

Bundesbahn fährt häufig schwarz

Die Bundesbahn hat ihre Tunnel gezählt, hat ihre Länge gemessen, hat addiert und dividiert und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: Der Bundesbahn gehören 516 Tunnel, die eine Gesamtlänge von 200 Kilometer haben und deren längster der Kaiser-Wilhelm-Tunnel bei Cochem mit 4302 Meter ist. Der kürzeste Tunnel hinwiederum ist zwischen Nürnberg und Regensburg zu finden: Er mißt knapp zehn Meter. Statistisch gesehen müßte es in unseren Zügen alle 60 km „schwarz werden“.