Neue politische Literatur, Berichte über das internationale Schrifttum. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt; 8,– DM.

Im weiten Rund der Blätter, die regelmäßig Rezensionen politischer Bücher publizieren, hält diese Vierteljahreszeitschrift die Spitze; sie steht sogar auf einsamer Höhe. Dabei ist sie alles andere als eine Fachzeitschrift, bestimmt für einen esoterischen Kreis von Fachleuten. Sie ist vielmehr ein politisches Periodikum, das über den Buchanzeiger hinaus an Hand des aktuellen in- und ausländischen Schrifttums politische, ökonomische und soziologische Analysen liefert. Der wissenschaftliche Essay – eine seltene Gattung im deutschen Journalismus – bildet den Hauptteil der Hefte, wozu den Herausgebern (den Professoren Erwin Stein, Helmut Ridder und Georg Strickrodt) hervorragende Autoren zur Verfügung stehen. Die benutzte Literatur dient in diesen Beiträgen nur als Grundlage, als Material für die umfassende Interpretation politischer Zustände und Denkweisen.

Im ersten Heft dieses Jahrgangs finden sich Untersuchungen über den „Unilateralismus und Gradualismus“, über die „Politikwissenschaft in Frankreich“, zu den Themen „Die Deutschen über sich selbst“, „Die deutsche Arbeiterbewegung“, „Asien – Einheit und Vielfalt“. Auch die zahlreichen Einzelbesprechungen zu neuen Büchern bieten mehr als Orientierungshilfen und kritische Wertungen. So gesehen, ist der Titel der Zeitschrift ihrem Stil eigentlich nicht recht angemessen: sie ist ein vielseitiges, informierendes, meinungsbildendes Journal, weniger ein simpler Literaturkalender. D. St.