Wer in Südafrika war, erhältkein Visum

Es greift um sich: Nachdem seit Jahren die arabischen Staaten Reisenden, die schon in Israel waren, ein Visum verweigern, hat nun der junge afrikanische Staat Tansania die Erteilung eines Visums davon abhängig gemacht, daß der Antragsteller noch nicht in Südafrika war. Auch für die Einreise von deutschen Touristen nach Tansania wurde wieder das Visum eingeführt.

Anscheinend hat es sich bis Tansania noch nicht herumgesprochen, daß viele Besucher der arabischen Staaten dennoch schon in Israel waren, obwohl man es im Paß nicht sieht; man kann ein Visum auch auf einem losen Blatt oder in einen zweiten Paß erhalten. Die Vermutung der Behörden Tansanias aber, daß, wer nach Südafrika reist, ein Einverständnis mit der Rassentrennung zeige, ist eine simple Unterstellung. Zeigt man denn sein Einverständnis mit den politischen (zum Beispiel chinafreundlichen) Tendenzen in Tansania, wenn man auf Safari nach Ostafrika geht? Eine Politisierung des Tourismus in dieser Art wird den Ländern, die auf diese Devisenquelle angewiesen sind, nicht bekommen. -dt