Felix Greene: Listen, Lügen, Lobbies. China im Zerrspiegel der öffentlichen Meinung. Verlag Joseph Melzer, Darmstadt. Aus dem Englischen von Margaret Carroux. 420 Seiten, 22,– DM

Als unter dem Titel „A Curtain of Ignorance“ das Buch in England erschien, erregte es einiges Aufsehen. Jetzt legt der Melzer-Verlag die deutsche Übersetzung vor. Wir bringen im folgenden einen Auszug aus der Besprechung, die aus der Feder W. O. v. Hentigs am 1. März (Nr. 12) in unseren Spalten veröffentlicht wurde:

Ein ebenso ehrlicher wie mutiger Publizist, Felix Greene, hat das Wagnis und die mühsame Arbeit unternommen, in Selbstzeugnissen der politisch Beteiligten, unter anderem der Staatskanzleien wie amerikanischer und englischer Augenzeugen, sowohl den genauen Ablauf des indisch-chinesischen Grenzkonflikts wie der Ereignisse bei der Wiederbesetzung der alten chinesischen Provinz Tibet zu schildern.

Der ganze indische Krieg mit China eröffnet uns dabei Ausblicke auf Kämpfe, die sich auf ganz anderen, alle Völker der Welt angehenden Gebieten vollziehen. Sie verkennen, wie das bisher der Fall gewesen ist, heißt sowohl den Vereinigten Staaten wie den am Konflikt beteiligten Ländern und schließlich auch uns einen schlechten Dienst erweisen.

Für die westlichen Demokratien hauptsächlich handelt es sich um nichts weniger, als auf neuen ernsten Einsichten Grundlagen für eine neue Politik zu finden. Sie kann nur darin gesehen werden, daß die Demokratien bereit sind, von dem früher verachteten, verspotteten, niedergetretenen, jetzt verleumdeten China und seinen Leistungen zu lernen und die gewonnenen Einsichten bei sich selbst und beispielsweise auch einem großen demokratischen Land wie Indien in einer diesem gerechten Form anzuwenden.

Es dürfte den vereinigten Kabinetten und der ihre Politik vertretenden Presse schwer sein, gegen die Beweisführung Greenes aufzukommen.