Wohnungswirtschaftliche Zahlen, herausgegeben von Henning Dreis, Verlag Deutscher Wohnungswirtschaft GmbH, Düsseldorf 1966, 74 Seiten Rund 25 Milliarden Mark wurden im vergangenen Jahr in den Wohnungsbau investiert. Aber niemand weiß recht Bescheid über den Markt, in den diese gewaltigen Summen fließen. Die letzte Gebäudezählung durch das Statistische Bundesamt fand 1961 statt. Erst für 1967 ist eine neue Gebäude- und Wohnraumzählung geplant, von der aber noch ungewiß ist, ob sie überhaupt durchgeführt wird. Die Kosten von 120 Millionen Mark schrecken die Fmanzminister. Angesichts der möglichen Fehlinvestitionen besteht allerdings die Gefahr, daß am falschen Ende gespart wird. Denn heute kommt es nicht mehr darauf an, irgendwie Wohnungen in großer Zahl zu erstellen. Vielmehr müssen die jetzt noch vorhandenen Lücken im Wohnungsangebot auf Grund sorgfältiger Marktanalysen geschlossen werden.

Eine erste Orientierungshilfe stellt die vorliegende Broschüre dar. Hier sind die wichtigsten Zahlen zusammengetragen, die heute über die Wohnungswirtschaft verfügbar sind. Man findet Angaben zur Entwicklung der Baukosten, der Bodenpreise, zur Lage in der Bauwirtschaft, über die Finanzierung des Wohnungsbaus, das Wohngeld und den Wohnungsbau im internationalen Vergleich.

Viele werden erstaunt sein, wenn sie den Zahlen entnehmen, daß die UdSSR 1964 nach der Zahl der fertiggestellten Wohnungen mit 2 3 Millionen Einheiten an der Spitze aller Länder lag, erst in weitem Abstand gefolgt von der Bundesrepublik mit 624 000 Wohnungen. Mit der Bauleistung je tausend Einwohner steht die Sowjetunion mit 10 2 Wohnungen nach der Bundesrepublik mit 10 7 und Norwegen mit 11 4 an dritter Stelle in der Welt. Beim Vergleich der durchschnittlichen Wohnfläche schneidet sie dagegen weniger gut ab: Mit 38 5 Quadratmetern erreichen die russischen Wohnungen genau die halbe Größe der deutschen Durchschnittswohnung.

mj