Zum drittenmal sind die Freien Demokraten in Bonn aus einer Regierungskoalition mit der Christlich-Demokratischen Union ausgeschieden. Das erstemal geschah es im Februar 1956. Damals wurde die FDP – noch unter dem Vorsitz des streitbaren Thomas Dehler – von Konrad Adenauer, der ihrer Opposition gegen seine Saar- und Ostpolitik überdrüssig war, aus der Koalition ausgebootet. Zuvor hatte sich ein Teil der Partei – angeführt von vier Ministern und 12 Abgeordneten – abgespalten und auf die Seite der CDU geschlagen.

Adenauer fiel es leicht, die Partnerschaft mit den Liberalen aufzukündigen, da er – mit Hilfe der Deutschen Partei und der FDP-Rebellen – auch ohne die Liberalen regieren konnte, und Dehler fiel die Trennung nicht schwer, da er hoffte, die FDP werde in der Opposition wieder an Profil gewinnen. Vorausgegangen war dem endgültigen Bruch der Aufstand der Düsseldorfer FDP-"Jungtürken", die zusammen mit der SPD die Regierung des CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold gestürzt hatten.

Im November 1962 – ebenfalls wie in diesem Jahr kurz vor der Landtagswahl in Bayern – traten die damals fünf Minister der FDP aus dem vierten Kabinett Adenauer aus, dem sie seit 1961 angehörten. Auslöser dieser Krise war die "Spiegel-Affäre" und die Weigerung Adenauers, Bundesverteidigungsminister Strauß zu entlassen. Nach einem Monat kehrten die Freidemokraten in die Regierung zurück, Strauß blieb draußen.