Die Finanzierung von Auslandsexkursionen von Professoren mit ihren Assistenten und Studenten ist durch einen Erlaß des Niedersächsischen Kultusministers seit 1957 untersagt.

Die Pädagogischen Hochschulen haben einen Forschungsauftrag in den Erziehungswissenschaften. Aber moderne Forschung mit empirischen Methoden als wichtige Voraussetzung für dringend notwendige Erneuerungen und Verbesserungen von Schule, Hochschule und Erziehung ist kaum noch möglich. Für die gründliche Durchführung von Forschungsprojekten wäre ein Vielfaches an Zeit, an Planstellen und an finanziellen Mitteln notwendig.

Die Besetzung der Lehrstühle mit qualifizierten Professoren ist ein immer schwierigeres und unlösbareres Problem. 1966 wurden die ohnehin viel zu geringen Stipendien für die Förderung des "Dozentennachwuchses" gekürzt.

Man stelle sich eine solche Misere in anderen Bereichen vor. Jeder Wirtschaftsbetrieb mit einem derartigen Ausstattungsdefizit und mit so unrationellen Arbeitsverhältnissen würde binnen weniger Wochen in den Konkurs gehen.

Natürlich gibt es diese Schwierigkeiten nicht nur in Niedersachsen. Da hört man von einem Professor einer westdeutschen Pädagogischen Hochschule, daß er Mitte des Jahres 1966 nicht einmal mehr dienstlich telephonieren konnte, weil hierfür die Geldmittel ausgegangen waren. Da entdeckt man in Schleswig-Holstein oder in Bayern Zahlen und Ausgaben etwa von niedersächsischem Niveau (besonders in Bayern liegen die Personalausgaben noch niedriger). Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung ergeben sich Fragen: Welche Bedeutung messen deutsche Bürger, Politiker, Verwaltungs- und Finanzfachleute, aber auch die Pädagogen selbst der Lehrerbildung in einer Zeit zu, in der andere moderne Industriestaaten gerade auf diesem Gebiet mit vielfachem Einsatz hohe Leistungen erzielen? Wie glaubt man eigentlich mit diesem Minimalaufwand für die Lehrer und Erzieher von Millionen deutscher Kinder das Fortbestehen der Bundesrepublik Deutschland als wettbewerbsfähige Industrienation zu sichern?

Zu Niedersachsen und Bayern: Der Kulturhaushalt beider Länder mit je über einer Milliarde DM gehört seit Jahren zu den höchsten Etats in der Bundesrepublik. Warum benachteiligen beide Länder in diesem Ausmaß die Bildung und Ausbildung von über 13 000 Studenten, die in den nächsten Jahrzehnten als Lehrer für Bildung und Ausbildung von vielen hunderttausend jungen deutschen Bürgern Verantwortung übernehmen sollen?

Warum klären die für die Pädagogischen Hochschulen verantwortlichen Dienststellen nicht in aller Offenheit die deutschen Bürger über die tatsächliche Situation der Lehrerbildung auf? "Keine Benachteiligung der Pädagogischen Hochschulen" stand 1966 nach einer Pressekonferenz des Kultusministeriums über Artikeln in niedersächsischen Zeitungen. Wird durch solche Informationen die Entwicklung korrekt bezeichnet?