Wo sind aber auch die stetigen und begründeten Stellungnahmen der Pädagogischen Hochschulen über ihre eigene Katastrophe (von lokalen oder offenbar wenig wirksamen internen Berichten abgesehen)? Wo sind die exakten bildungsökonomischen Studien und die auf wissenschaftlicher Basis angestellten Berechnungen der Rentabilität von Bildung und Ausbildung, wie man sie in vielen modernen Industriestaaten findet? Wohin geht der Gedankenflug der pädagogischen Wissenschaft in der deutschen Lehrerbildung? Warum schweigen in der Öffentlichkeit die meisten Professoren, die zuständigen Gremien, die Finanzsachverständigen und Verwaltungsfachleute?

Die Allgemeinen Studentenausschüsse der Niedersächsischen Pädagogischen Hochschulen haben in einer Pressekonferenz 1966 bisher am deutlichsten öffentlich auf die Misere der Lehrerbildung hingewiesen. Wie kam es, daß die Studentenvertreter bisher die tatkräftige öffentliche Unterstützung ihrer Professoren und Rektoren in einer Sache, die alle angeht, vermißten?

"Niedersachsen an der Spitze" lautete eine Pressemitteilung des niedersächsischen Kultusministers vor wenigen Monaten. Darin wurde berichtet, daß der Anteil der Studenten aller Pädagogischen Hochschulen an der Gesamtbevölkerung größer ist als in anderen Ländern. Was aber geschieht mit der Qualität der Lehrerbildung, wenn eine besonders große Zahl von Studenten in besonders schlecht ausgestatteten Hochschulen auf ihren verantwortungsvollen Beruf vorbereitet wird?

Das Elend der Lehrerbildung in einigen Bundesländern ist nur ein Symptom für bedenkliche Entwicklungen, aber ein deutliches Signal möglicher Verhängnisse in absehbarer Zeit.