Die Sensationen blieben aus. General de Gaulles Pressekonferenz am vorigen Freitag bewies nur, daß sich der Kurs seiner unabhängigen Politik, nicht geändert, sondern eher noch gefestigt hat.

Bundeskanzler Erhard wurde mit einem harten Seitenhieb bedacht. Der Präsident behauptete, wegen der einseitigen Bindung der Bundesrepublik an Washington sei der deutsch-französische Vertrag "seines Geistes und seiner Substanz beraubt".

Noch ungnädiger ging der General mit dem amerikanischen Verbündeten um. So hart hatte er die amerikanische Luftoffensive gegen Nordvietnam noch nie beurteilt: "Frankreich findet es abscheulich, daß ein kleines Volk von einem großen bombardiert wird."

Wiederum lehnte de Gaulle eine Vermittlung in Vietnam ab, er beharrte auf dem Abzug der Amerikaner und auf der Zulassung Chinas zur UN.

In vier Jahren wird Frankreich über eine eigene Wasserstoffbombe verfügen. Nach dem ersten April 1967 werden alle ausländischen Truppen aus Frankreich verschwunden sein.