ie Dinge sind etwas schwierig und nicht ganz angenehm sagte der Chef der Bank für Eigenschaft als Auf sich tsratvorsitzen der der Düsseldorfer Baufirma Boswau + Knauer AG, an deren Sanierungsversuchen er im letzten Jahre kräftig mitgewirkt hatte. Es war eine arge Untertreibung. Die B + K, die sich seit bald drei Jahren am Rande der Pleite bewegt, ist aus der Malaise trotz zweimaligen Kapitalschnittes, der den offiziellen Wert der 100 Mark Aktie auf 24 Mark schrumpfen ließ, noch lange nicht heraus. Auch Hesselbach gesteht, daß er, wenn er 1964 gewußt hätte, wie sich die Entwicklung abspielen würde, die Finger von der Boswau + Knauer Gruppe gelassen hätte "Doch ich glaubte — und das basierte auf uns vorgelegten Gutachten —, daß mit der zweiten Kapitalbereinigung im Oktober vorigen Jahres nun alles klar sein würde, -bekennt er. Es ergab sich damals noch ein rechnerischer Verlust von 3 5 Millionen Mark, den inän aßer niit den erhoffter Erträgen abzudecken hoffte.

Die Bilanz für 1965 der B_+K zeigt hingegen ein düsteres Bild. Offiziell wird ein Verlust von 4 9 Millionen Mark ausgewiesen. Doch das ist bei weitem nicht alles. Zunächst beträgt der Jahresverlust 5 2 Millionen Mark, da der Rest der gesetzlichen Rücklage zu seiner Minderung verwendet worden ist. Sodann hat ein befreundetes Unternehmen 1 5 Millionen Mark übernommen, schließlich — und deswegen gab der Wirtschaftsprüfer nur einen eingeschränkten Vermerk — sind 3 5 Millionen Mark fällige Wertberichtigung auf die Tochtergesellschaft Artur Simon Bau GmbH, Köln Deutz, nicht vorgenommen worden. Tatsächlich also beläuft sich der gesamte Verlust, da noch 0 7 Millionen Mark fällige Um satzsteuer hinzukommen, auf ungefähr 11 Millionen Mark "Für 1966 wird der Verlust nicht geringer sein", verkündet leicht bedrückt Hesselbach. Er meint natürlich die offiziell ausgewiesene Verlustziffer. Deswegen hat die Bank für GemeinWirtschaft einen Teil ihrer Forderungen (es dürf ten etwa 10 Millionen Mark sein) gegen einen Besserungsschein, erlassen. Damit wird der Verlust 1965 gedeckt und ein "wesentlicher Teil" des neu entstehenden Verlustes des Jahres 1966. "Ich habe immer vor dem Kauf von B + KAktien gewarnt, und man glaubte, ich sei ein Schlitzohr und wölke nur billig selbst die Aktien kaufen", berichtet Hesselbach. Wie recht hatte er mit seiner Warnung. Die freien Aktionäre — etwa 30 Prozent des Kapitals — werden gewiß die Köpfe hängen lassen, zumal wenn sie hören, daß sie noch einmal zur Kasse gebeten werden. Um aus der Not eine Tugend zu machen, um Millionenbeträge an Steuern zu sparen, findet eine völlige Umwälzung in den Beteiligungsverhältnissen statt. Aus der Mutter wird die Tochter — weil sie mit ihren Gewinnen die Verluste der Mutter tragen und damit das Finanzamt leer ausgehen lassen kann.

Die Union Treuhand GmbH, volle Tochter der BfG, hat von der Deutschen Bauhütte GmbH, deren Aktienbesitz an der B+K übernommen. Damit verfügt die BfG direkt oder indirekt über 70 Prozent des B+K Kapitals. Diese bedauernswerte Baufirma, die auf einen Umsatz von weit über 200 Millionen Mark angelegt worden ist, wird ihrerseits 95 Prozent des Stammkapitals der Bauhütte (20 Millionen Mark) für 31 4 Millionen Mark erwerben! Um das bewältigen zu können, soll der zum 29. November einberufenen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung um 30 auf 40 Millionen Mark zu 120 Prozent vorgeschlagen werden.

Die Sanierung von B + K wird noch einige Zeit dauern. Vorerst, meint Hesselbach, ist mit Gewinnen oder gar Dividenden nicht zu rechnen. Wenn es aber innerhalb von acht Jahren durch die Zusammenführung von B+K mit der Bauhütte, die jährlich etwa 15 bis 20 Prozent ihres Kapitals abwirft, nicht gelingen sollte, ein solides Unternehmen auf die Beine- zu stellen, würde auch er für eine langsame Liquidation plädieren. Doch Hesselbach ist weiter optimistisch: "Ich bin überzeugt, in zwanzig Jahren wird Boswau + Knauer zu den fünf größten Bauunternehmen Deutschlands zählen eb