B. W., Hamburg

Stolle hieß der Wirt. Weil er nichts sagte, fing ich an: "Schloß sich doch vor zwei Wochen ein Seemann eine Kugel durch den Kopf, nachdem er den Wirt angeschossen hatte, und die Polizei ihn mit Tränengas aus der Toilette trieb."

Ein paar Häuser weiter, an den "Kajen", war das passiert, und Stolle sagte: "Wegen 20 Mark, die er zahlen sollte, das kommt hinzu; er war eingenickt, und der Wirt weckte ihn auf, um endlich zu kassieren. Vielleicht hatte er von der Prärie geträumt, bekam einen Schreck und griff zur Pistole, wie im Film. Aber daß er in die Toilette geflüchtet ist... Ich würde unter solchen Umständen nie in eine Toilette flüchten."

Stolle legte sein rechtes Bein auf den Schemel. Dann sagte er: "Da gibt es nun Seeleute, die von der Prärie träumen, ihre Vorbilder sind die Cowboys. Es müßte mehr Schallplatten von der Seefahrt geben, das würde sich günstig auswirken, finde ich."

Stolle massierte sein Bein und sagte: "An dem runden Tisch saßen sie früher in Holzpantoffeln und Schweißtüchern und hatten höchstens ein Messer in der Tasche. Sie waren viel ruhiger als heute und machten alles unter sich ab, ohne den Wirt hineinzuziehen. Manchmal wurde auch einer in einen Fleet geworfen."

Stolle nahm sein Bein vom Schemel, und ich ging zur Musikbox und drückte: "Seemann, deine Heimat ist das Meer."

Stolle sagte: "Es gibt zu wenig Schallplatten von der Seefahrt, sie hören sich noch trauriger an als die von der Prärie und für die ‚Beatles‘ sind Seeleute kein Thema."