Die neue Geschäftsleitung besorgte sich auch ein "Paradepferd", den Prinzen Rudolf von Hohenlohe-Langenberg, der gegen ein Monatsgehalt von 4000 Mark dem zwielichtigen Unternehmen den Glanz seines Namens verleihen sollte. Der Prinz merkte aber bald, was gespielt wurde und zog sich schon nach vierzehn Tagen zurück.

"Mir wurden die Pläne und die Arbeitsweise von Herrn Przetak unheimlich", erklärte er später. "Ich merkte, daß das Unternehmen nicht seriös geführt wurde. Deshalb bin ich schleunigst wieder ausgestiegen" (Bild am Sonntag, 27.3.66).

Die erste formelle Betrugsanzeige ging am 2. August 1965 bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft ein. Sie kam von der Warentestzeitschrift "DM", die bei Recherchen über die vielfach zweifelhaften Angebote auf dem Markt der Ferienobjekte in diesem Fall besonders schwere Verdachtsmomente ermittelt hatte. Da die Staatsanwaltschaft selbst schon seit etwa einem Jahr "auf der Lauer" lag, lief nun sofort eine Untersuchung an.

Dabei ging die Staatsanwaltschaft allerdings sehr behutsam vor. Bis zur Stunde ist in der Angelegenheit noch kein einziger Haftbefehl erlassen worden, was damit begründet wird, daß alle Verdächtigen einen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik haben und kein Fluchtverdacht zu bestehen scheint.

Auch die Finanzabteilung, der Genfer Polizei trat in dieser Angelegenheit schon im Herbst 1965 in Aktion. Ihr erster Schritt war, einen Ausweisungsbefehl gegen Heuer zu erwirken, obwohl der Genannte zu diesem Zeitpunkt (Oktober 1965) nach außen hin gar nichts mehr mit "Vacanza" zu tun hatte. Trotzdem soll Heuer nach Presseberichten danach noch mehrmals in seinem von einem französischen Piloten gesteuerten Privatflugzeug "geschäftlich" in Genf gewesen sein.

Als dann am 13. Dezember 1965 die Schweizer Aufsichtsratsmitglieder der Firma zurücktraten, und kein Ersatz in Aussicht stand, war guter Rat teuer. Denn ohne Schweizer Bürger im Aufsichtsrat durfte "Vacanza" nach den Landesgesetzen nicht länger ihren Geschäftssitz in der Schweiz haben. So mußte die dortige Gesellschaft am 17. Januar 1966 in Liquidation treten. Als die Herren Kutz und Przetak kurz darauf in Genf auftauchten, um einen letzten Rettungsversuch zu unternehmen, wurden sie von der Schweizer Polizei vorübergehend festgenommen, verhört und danach des Landes verwiesen.

Nun kam es in der deutschen Zentrale des Unternehmens zu einer heftigen Auseinandersetzung, die damit endete, daß Präsident Przetak am 17. Februar 1966 von seinem Kompagnon Kutz ausgebootet wurde und dieser selbst die Leitung des schon schwer angeschlagenen Unternehmens übernahm.