Grund des Zerwürfnisses waren die hochfliegenden Pläne Przetaks, von dem einer seiner damaligen Mitarbeiter sagte: "Er muß angesichts des vielen Geldes, das täglich hereinkam, übergeschnappt sein. Er ist größenwahnsinnig geworden!" (Abendzeitung, 19. 3. 66). Przetaks "Giößenwahnsinn" äußerte sich auf verschiedene Weise. Beispielsweise gab er einer Kleiderfabrik 40 000 Uniformen in Auftrag, die das Personal seiner zukünftigen Motel-Kette tragen sollte. Dabei besaß Vacanza zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal einen einzigen bescheidenen Ferienbungalow.

Przetak träumte auch davon, in Europa und Übersee 80 Großeinkaufszentren in der Größe des Rhein-Main-Centers zwischen Frankfurt und Wiesbaden zu bauen. Woher das Geld dafür kommen sollte, verriet er seinen Partnern nicht.

Auch Kutz konnte das verfahrene Unternehmen nicht wieder auf die rechte Spur bringen. Anfang März 1966 wurde das Konkursverfahren gegen die beiden Schweizer Teilstücke eröffnet, gleichzeitig liefen auch bei einem Frankfurter Gericht zwei Gläubigeranträge auf Konkurseröffnung ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bundespost den Telephonanschluß des Frankfurt ter Büros wegen unbezahlter Rechnungen schon gesperrt.

Kaum war der Zusammenbruch offenkundig, so wurde es auch klar, daß die meisten Anteilzeichner wenig Aussicht hatten, einen Pfennig ihrer Einlagen zurückzubekommen, oder jemals den versprochenen Gratisurlaub genießen zu können. "Von Aktiven gibt es keine Spur", berichtete die Genfer Polizei an die deutsche Interpol-Zentrale in Wiesbaden. Danach nahm Staatsanwalt Listmann in Frankfurt auch kein Blatt vor den Mund: "Es ist nahezu aussichtslos, daß die Zeichner ihr Geld je wiedersehen. Das ganze ist ein riesiger Betrug."

Allerdings ließ der Urheber des ganzen Elends, Heuer, Ende März 1966 durch seinen Rechtsanwalt erklären, er sei bereit, diejenigen Käufer von "Vacanza"-Zertifikaten, die noch zu seiner Zeit ihre Anteile erworben hatten – also vor dem 23. Juni 1965 – aus seinem Privateigentum schadlos zu halten. Zu diesem Zweck will Heuer dem Konkursverwalter Grundbesitz in der Schweiz im Werte von drei Millionen Mark zur Verfügung gestellt zu haben.

Diese Summe reimt sich jedoch gar nicht mit einer früheren Erklärung Heuers, die er am 17. März abgab, wonach er selbst vor seinem Ausscheiden aus der Firma nur 600 Zertifikate zu je 1000 Schweizer Franken verkauft habe. Warum sollte er dann mehr als den fünffachen Betrag ersetzen wollen?

Auch ein anderer Verkäufer von Vacanza-Zertifikaten, der Frankfurter Druckereibesitzer Kurt Hechinger, hat sich nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung (21. März 1966) bereiterklärt, aus eigenem Vermögen für die von ihm verkauften Anteilscheine geradezustehen. Hechinger hatte in seiner Druckerei für die Vacanza Farbprospekte im Wert von 300 000 Mark gedruckt, statt Bargeld aber 400 Zertifikate zum eigenen Verkauf erhalten. Um diese Anteilscheine absetzen zu können, gründete Hechinger eine besondere Gesellschaft Zertifikatsvertriebs GmbH, kurz Zertat genannt, und setzte über diese 71 Anteilscheine ab.