Seitdem der inneramerikanische Boom in Florida-Grundstücken vor ein paar Jahren merklich abgeflaut ist – nicht zuletzt, weil sich die Enthüllungen über unlautere Machenschaften jagten –, haben die Spekulanten einen erheblichen Teil ihrer Tätigkeit in die Bundesrepublik verlegt. Wie Die Zeit schon am 17. Januar 1964 vermerkte, strahlen "manche Angebote eine unverkennbare Unseriosität aus". Natürlich gibt es auch andere Angebote, und es gibt auch in Florida sehr begehrenswerte Grundstücke. Man kann aber ruhig sagen, daß solche für Deutsche kaum jemals "preisgünstig" zu erwerben sind, schon allein wegen des Wechselkurses von 1 Dollar = 4 Mark, der den Kaufkraftverhältnissen im allgemeinen nicht entspricht.

Neben den echten Perlen, die schandhaft teuer sind, wimmelt es von unechten, die zwar nicht viel kosten, dafür aber oft auch praktisch gar nichts wert sind. Florida ist auch heute noch ein weitgehend unerschlossenes Land, mit ausgedehnten Sumpfgebieten, die hauptsächlich von Alligatoren bevölkert sind, und riesigen, unwegsamen Ödflächen. Selbst in den Küstengebieten ist nicht alles Gold was glänzt – auch nicht der schönste Sandstrand am Meer. Wer sich beispielsweise allzunahe von Cape Kennedy ankauft, dürfte bald merken, daß die Gegend kein Ruheplatz für Geräuschempfindliche ist.

Aber auch, wer nur nach sorgfältiger Besichtigung Grundbesitz im Ausland erwirbt, glaube nicht etwa, daß er damit in jedem Fall übern Berg ist. Oft genug kommt das dicke Ende erst danach.

In der nächsten Folge: Die "Heizkesselräume" von Toronto – Atlantik verspielte Kanadas Finanzierungskredit – Auch die Ford-Foundation witterte keine Gefahr – 50 Millionen Dollar verloren?