Der Rücktritt der vier FDP-Bundesminister löste in Bonn einen Koalitionsbruch und eine Kabinettskrise aus. Bundestagsfraktio- nen und Kanzlerkandidaten bereiten sich auf neue Koalitionsverhandlungen vor. Bundeskanzler Ludwig Erhard zeigte im hessischen Landtagswahlkampf keinerlei Rücktrittsneigung.

Der Bundesrat ließ den von der Minderheitsregierung durch den amtierenden Bundesfinanzminister Kurt Schmücker vorgelegten Haushaltsentwurf für 1967 zurückgehen. Im September ging die gesamte Industrieproduktion in der Bundesrepublik gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent zurück. In den Vereinigten Staaten begann eine Hausfrauen-Kampagne gegen erhöhte Preise in den Supermärkten. Der Papst vertagte die Entscheidung über die Anti-Baby-Pille.

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In Berlin wurde von östlicher Seite die letzte direkte (Feuerwehr)-Telephonleitung zwischen beiden Teilen der Stadt unterbrochen. Bei einem neuen Passierscheingespräch mit Senatsrat Horst Korber hielt DDR-Staatssekretär Michael Kohl einen polemischen Monolog. In jüngster Zeit haben Wochenendreisen italienischer Gastarbeiter aus Niedersachsen nach Magdeburg auffällig zugenommen. Am Berliner "Weltkongreß für Evangelisation" nahmen der äthiopische Kaiser Haile Selassie und der amerikanische Evangelist Billy Graham teil. Der norwegische Außenminister hat im Sinne seines Vorgängers die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens anerkannt. Die UN-Vollversammlung entzog Südafrika das Mandat über Südwestafrika.

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Der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew hielt in Tifiis eine maßvolle Rede zum Vietnamkrieg. Nach Gesprächen in Warschau wurden Henry Ford und Henry Luce sowie andere amerikanische Industrielle und Publizisten in Belgrad vom jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito empfangen. Acht Stunden vor dem Abflug Lyndon Johnsons aus Südkorea wurden an der entmilitarisierten Zone sieben Soldaten einer UN-Patrouille erschossen. 30 Piloten erstickten bei einem Feuer auf dem US-Flugzeugträger "Oriskany" im Golf von Tongking.

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