Schlechte Aussichten

Über die zu erwartenden Stahldividenden herrscht an der Ruhr noch weitgehend Ungewißheit. Nachdem Klöckner als erster Montan-Konzern bekanntgegeben hat, daß die Dividende von 11 auf 6 Prozent gesenkt wird, kann nunmehr auch bei anderen Unternehmen mit Veränderungen gerechnet werden. Die August Thyssen-Hütte will die Kürzung der Dividende in "erträglichen Grenzen halten"; im vergangenen Jahr waren 11 Prozent ausgeschüttet worden. Um zwei bis drei Punkte wird man wohl heruntergehen. Beim Hoesch-Konzern dürften die zehn Prozent des Vorjahres nicht wesentlich unterschritten werden. In der Rheinstahl-Verwaltung werden zwar Gerüchte, nach denen die Dividende in diesem Jahr ausfallen soll, energisch dementiert, aber an einem weiteren Rückgang der Ausschüttung – die zuletzt 10 nach 13 Prozent betragen hatte – wird man nicht vorbei kommen. Die Hoag hüllt sich hinsichtlich ihrer Dividende ganz in Schweigen.

Milliarden für die Industrieforschung

Für die Industrieforschung und Entwicklung will die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr 15,2 Milliarden Dollar ausgeben, davon 10,5 Milliarden Dollar für Entwicklung, 3,6 Milliarden Dollar für Zweckforschung und 1,1 Milliarden Dollar für Grundlagenforschung. In drei Jahren werden schätzungsweise 15 Prozent der Gesamtumsätze der US-Unternehmen auf neue Produkte entfallen.

Der unsichtbare Lohn

Noch rascher als die Löhne und Gehälter steigen die Lohnnebenkosten. Eine Erhebung des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft in 13 ausgewählten Industriezweigen ergab, daß in der Bundesrepublik von 1961 bis 1964 die Löhne zwar um 26,5 Prozent gestiegen sind, die gesetzlichen, tariflichen und freiwilligen Nebenkosten aber um fast 29 Prozent. Der unsichtbare Lohn erreichte dadurch inzwischen 40 Prozent des Arbeitsentgelts. In Großbetrieben mit ihren höheren Sozialleistungen beträgt er sogar 43 Prozent.

Hohe Erdgasreserven