Sehr sehenswert:

"Der Würgeengel" (El Angel exterminador). Der Erfolg seiner "Viridiana" erlaubte es Luis Buñuel 1962, nach vielen Jahren wieder einen Film ganz nach seinem Geschmack, das heißt, im surrealistischen, zu machen. In einer Villa feiern reiche Bürger eine Party. Als diese zu Ende sein soll, sind sie, von einer merkwürdigen Hemmung befallen, außerstande, dieSchwelle des Zimmers zu überschreiten. Tagelang bleiben sie in dem Raum, die Fesseln bürgerlicher Gesittung fallen von ihnen ab, Aggressionen werden freigesetzt. Erst die exakte Wiederherstellung der Ausgangssituation bricht den Bann, die Gäste verlassen die Villa – da wiederholt sich das Ganze in größerem Ausmaß in einer Kirche; ein Bürgerkrieg ist die Folge. Eine antibürgerliche und antichristliche Allegorie von klassischer surrealistischer Inspiration (die freudianische Deutung liegt nahe), die doch gänzlich des épater Je Bourgeois entbehrt. Die Offenbarung undomestizierter Triebe unter der Oberfläche bürgerlich-christlicher Kultur soll nicht mehr schockieren, sondern die Einsicht in die Verstümmelungen vermitteln, die jene der Natur des Menschen hat widerfahren lassen.

Bereits besprochen: "Abschied von gestern (Anita G.)", von Alexander Kluge. "Alexander Newskij", von Sergej M. Eisenstein. "Der Glanz des Hauses Amberson", von Orson Welles. "Halleluja – die Hügel", von Adolfas Mekas. "Mamma Roma", von Pier Paolo Pasolini. "Der Soldat", von Jean-Luc Godard. "Wenn Katelbach kommt", von Roman Polanski. "Der zerrissene Vorhang", von Alfred Hitchcock.

Sehenswert:

Bereits besprochen: "Ein Fall für Harper", von Jack Smight. "Das Irrlicht" von Louis Malle. "Der Schatten", von Jerzy Kawalerowicz. "Romeo, Julia und die Finsternis", von Jiri Weiss. "Ein Mann wird gejagt", von Arthur Penn. "Pharao", von Jerzy Kawalerowicz. "Simson ist nicht zu schlagen", von Irvin Kershner.

Ferner laufen:

"Mademoiselle" (Mademoiselle). Die Vorlage stammt von Genet: Eine altjüngferliche Dorfschullehrerin wird aus Geilheit zur Amokläuferin und Pyromanin. Der Film hat dem Vorwurf schon dadurch alle Schärfe genommen, daß er in der Titelrolle Jeanne Moreau zeigt, die längst nichts anderes mehr darstellt als das Denkmal ihrer eigenen Kunst. Zudem hat Regisseur Tony Richardson dem Sujet Bilder und Töne aufgepropft, die ihre Herkunft aus einer epigonalen Literatur und verkommener psychoanalytischer Interpretation nicht verleugnen können. Das Ganze ist so auf die Dimension eine; biederen "Dramas der Leidenschaften" gebricht.