Von Joachim Fink

Frankfurt

In der vergangenen Woche standen in Frankfurt Wolf Ekkehard Kozubek, 28 Jahre alt, und Dieter During, 34 Jahre alt, vor Gericht. Jedermann weiß: Im März hatten sie der Metropole-Bank, bei der Kozubek als Handlungsbevollmächtigter und During als (damals bereits gekündigter) Sortenkassierer beschäftigt waren, mit einem simplen Trick rund eine Million Mark abgenommen. Darauf abenteuerliche Flucht nach Südamerika, ein immer noch ungeklärtes Intermezzo mit der Polizei in Paraguay, die ihnen fast alles Geld abnahm, dann Verhaftung und Heimtransport unter ungeheurer Publicity.

Aber merkwürdig. Im Frankfurter Schwurgerichtssaal gähnten die Journalisten. Nach einer halben Stunde Verhandlung scheint es sonnenklar. Das hier ist Klamotte. Stummfilmklamotte: nach dem Schema "Laurel und Hardy arbeiten in einer Bank".

Ein Herr Kozubek und ein Herr Düring, beides Söhne hochachtbarer Eltern, treten bei der Metropole-Bank in Frankfurt ein. Ein lustiger Laden. Die gesamte Belegschaft spekuliert mit dem gepumpten Geld der Bank an der Börse. Der Mitinhaber hat’s erlaubt. Nach dem Gesetz ist es zwar in dieser Höhe verboten. Aber was macht’s – man richtet die Schuldkonten auf den Namen von Verwandten ein.

Aber die Börse ist ein seltsam Ding. Infolge des Berliner Mauerbaus, des Metallstreiks, der Kubakrise: Die Papiere fallen, und dafür wachsen die Schulden der Herren Kozubek und During.

Nur damit enden keine Stummfilme. Eines Tages, erzählt Kozubek, habe man mit Kollegen aus einer anderen Bank über Sicherheitsvorkehrungen gesprochen. Und da sei ihm aufgefallen, daß bei der Metropole-Bank, die inzwischen in andere Hände übergegangen und in Liquidation befindlich war, es derlei eigentlich gar nicht gebe.