Der dänische Ministerpräsident Jens Otto Krag zeigte den Börner Politikern, wie man rasch und beherzt eine Regierungskrise lösen kann. Allerdings kam ihm dabei der Text der dänischen Verfassung zu Hilfe. Zur Überraschung seiner Freunde und Gegner ließ er noch für den 22. diesen Monats Neuwahlen ausschreiben, zwei Jahre vor der Zeit.

Die sozialdemokratische Minderheitsregierung konnte das Gesetz für eine Einkommensteuerreform im Parlament nicht durchsetzen und will jetzt der Wählerschaft die Entscheidung überlassen.

Bisher wurde die Steuer in Dänemark erst nach Eingang der Enkünfte vom Empfänger gezahlt und dabei nach den Einkünften des Vorjahres bemessen. Krag will den sogenannten Quelenabzug einführen, der auch bei den Finanzämtern der Bundesrepublik üblich ist.

Langwieriger ist die Regierungskrise in den Niederlanden. Die Holländer demonstrieren ihren deutschen Nachbarn, wie man mit einer Krise wochen- und monatelang leben kann. Siebzehn Tage brauchte der Fraktionsvorsitzende der Katholischen Partei, Norbert Schmelzer, ehe er einsehen mußte, daß er den königlichen Auftrag zur Bildung einer Minderheitsregierung nicht erfüllen könne.

Womöglich bleibt Holland bis zur Wahl im nächsten Mai ohne regierungsfähiges Kabinett. Gesetze gegen Piratensendeschiffe, zur Verbesserung des königlichen Einkommens und für die Freigabe des Verkaufs von Antibabypillen müssen solange in der Schublade bleiben.