Wir glauben, einen mutigen Entschluß gefaßt zu haben", kommentierte Vorstandsvorsitzender Dr. Hans Werner von Dewall, die Absicht der Hibernia AG, neben der bereits angemeldeten Stillegung der Zeche Shamrock nunmehr auch noch die Schachtanlage Möller/Rheinbaben stillzulegen. Auf diese Zeche, die im vergangenen Jahr 1,44 Millionen Tonnen Kohle gefördert und inzwischen eine Schichtleistung von drei Tonnen erreicht hat, zu verzichten, sei für die Gesellschaft zwar schmerzlich, aber nach der Lage der Dinge die einzig mögliche Konsequenz aus der Entwicklung der letzten Monate. Die zum Veba-Konzern gehörende zweitgrößte Zechengesellschaft des Ruhrreviers hat seit Anfang Juli jeden Tag 1000 Tonnen Kohle auf die ohnehin schon hohen Halden kippen müssen. "Wir sehen unsern Absatz schwinden und haben keine Möglichkeit, ihn wiederzugewinnen", heißt es im Hibernia-Vorstand, der mit diesem Schritt vermutlich den Auftakt zu der neuen großen Stillegungswelle im Ruhrbergbau gibt.

Noch vor drei Jahren waren in die jetzt auslaufende Zeche 16 Millionen Mark investiert worden, um "sie zu erhalten"; aber daß die Wahl des Vorstandes nunmehr doch auf Möller/Rheinbaben fiel, wurde nicht zuletzt auch dadurch mitbestimmt, daß diese Anlage von 1948 bis 1965 einen Buchverlust von insgesamt 57,2 Millionen Mark verursacht hat. Über die eben gegründete Aktionsgemeinschaft wird die Hibernia für diese Stillegung eine Prämie von 15 DM je Tonne Förderung kassieren; die Quote verbleibt im Konzern selbst.

Von der Stillegung der Zeche Möller/Rheinbaben werden 3200 Belegschaftsmitglieder betroffen sein. Die Verwaltung hofft, daß möglichst alle Arbeitnehmer auf das Angebot eingehen werden, an anderer Stelle im Konzern weiterbeschäftigt zu werden. Arbeitslose Kumpel muß es hier also nicht geben. nmn