Nicht zum Feiern, sondern zum Rechnen waren die Herren von der NPD in Hannover, im ersten Haus am Platze, zusammengekommen. Nach dem Sieg von Hessen schickten sie sich an, den Helm fester zu binden und den Groschen zweimal herumzudrehen. Bei der Bayern-Wahl wollen sie die Zehn-Prozent-Hürde nehmen – und dazu brauchen sie Geld, viel Geld, mehr Geld.

Adolf von Thadden – nur der zweite Vorsitzende seiner Partei, aber im Bewußtsein von Freund und Feind immer noch deren erster Mann – berichtet mit der Sachlichkeit eines Verkaufschefs, der sich auf Marketing versteht, daß der Wahlerfolg von Hessen für die NPD zwar eine große Ermutigung bedeute, daß die weit besser eingespielte Organisation für den bayerischen Wahlkampf aber weder eine Änderung erfahre noch vertrage.

"Mit welcher Aussicht?"

"Mit guten Aussichten, mit besseren noch als in Hessen."

"Wird die Abwanderung einiger Führungskräfte ihrer Partei diese Aussichten nicht beeinträchtigen?"

"Der Fall Franz Florian Winter hat nicht einmal am vergangenen Sonntag störend gewirkt, und daß zwei mißmutige Leute, die nicht als Kandidaten aufgestellt werden konnten, einen privaten Rachefeldzug gestartet haben: das kommt in den besten Parteien vor."

"Weiß man, wie Ihr Erfolg in Hessen zustande kam?"