Lyndon Johnson wird es in Zukunft nicht mehr so leicht haben, sein ehrgeiziges innenpolitisches Reformprogramm im Kongreß durchzuboxen. Bei den Zwischenwahlen zum Kongreß am Dienstag konnten die Republikaner erhebliche Stimmgewinne buchen. Allerdings hatten die Demokraten dank des Erdrutschsieges Johnsons über Goldwater im Jahre 1964 ein so großes Reservoir von Mandaten im Repräsentantenhaus und im Senat, daß ihre Mehrheit nicht gefährdet war.

Sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten war ein deutlicher Ruck nach rechts zu verzeichnen. Den spektakulärsten Sieg bei den gleichzeitigen Gouverneurswahlen errang im großen Bundesstaat Kalifornien der frühere Schauspieler und GoldwaterAnhänger Ronald Reagan, der den zweimaligen Gouverneur Edmund Brown aus dem Felde schlug.

Im Südstaat Alabama wurde Lurlee Wallace, die Frau des bisherigen demokratischen und bürgerrechtsfeindlichen Gouverneurs, mit großer Mehrheit gewählt.

Zum erstenmal wurde in direkter Wahl ein Neger in den Senat gewählt, ausgerechnet im Neuenglandstaat Massachusetts, wo die Farbigen nur eine winzige Minderheit bilden.