Auf den Ausgang der Hessen-Wahl – Durchbruch der NPD, Ausbau der SPD-Mehrheit, geringe Verluste der CDU – und FDP – reagierten die Börsen in der Bundesrepublik mit merklicher Zurückhaltung. In einer merklicher mung über einen SPD-Antrag zur Kanzlerkrise erlitt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion mehrere Niederlagen. Ludwig Erhards Minderheitskabinett beschloß auf einer Sondersitzung Erhöhung der Umsatz-, Mineralöl-, Tabak- und Branntweinsteuer. Der CDU-Vorstand nominierte Rainer Maria Barzel, Eugen Gerstenmaier, Kurt-Georg Kiesinger und Gerhard Schröder für die Kanzler-Nachfolge.

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Trotz Stimmengewinne der Republikaner behaupteten die Demokraten bei den Zwischenwahlen zum US-Kongreß ihre Mehrheit. Dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson rieten seine Ärzte zur Vornahme kleiner chirurgischer Eingriffe.

An der koreanischen Waffenstillstandslinie steigerte sich die Zahl der Zwischenfälle. Gegen die Stimme Albaniens und bei Stimmenthaltung Kubas nahm die UN-Vollversammlung eine Resolution gegen die Ausbreitung der Atomwaffen an. Zwischen den USA und der UdSSR wurde ein Luftfahrtabkommen unterzeichnet. Im Kreml überreichte Frankreichs neuer Botschafter Olivier Wormser sein Beglaubigungsschreiben.

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Nach seinem Bonn-Besuch und vor seiner Moskau-Reise dementierte der britische Außenminister George Brown Großbritanniens vermeintliche Absicht zur Reduzierung der Rhein-Armee unabhängig vom Devisenausgleichsmodus. Der britische Labour-Abgeordnete Frank Cousins legte sein Unterhaus-Mandat nieder.

Ägypten und Syrien schlossen ein Abkommen über die gemeinsame Verteidigung ihrer beiden Länder. Wegen seines Streits mit Ghana boykottierte Guinea die afrikanische Gipfelkonferenz in Addis Abeba. Das Appellationsgericht in Ghana beschloß die Auslieferung des früheren KZ-Arztes Horst Schumann an die Bundesrepublik. Die argentinischen Behörden verfügten die Abschiebung des deutschen Euthanasie-Arztes Gerhard Bohne.