Um die Etatlücken zu schließen, verfallen immer mehr Länder auf die Idee, Kassenobligationen aufzulegen. So bietet jetzt das Land Schleswig-Holstein solche Papiere zu einem Zinssatz von 7 Prozent an. Ihre Laufzeit beträgt 3 Jahre, die kleinste Stückelung 5000 Mark. Die Rendite macht allerdings nur 7,8 Prozent aus. Die Kassenobligationen sind besonders geeignet für Anleger, die ihre Gelder für einen etwas längeren Zeitraum festlegen können, sich jedoch scheuen, langfristige Rententitel zu erwerben, auch dann, wenn sich bei ihnen vielfach ein höherer Nutzen erzielen läßt. Kassenobligationen werden ohne Börsenumsatzsteuer gehandelt.

KLM-Aktien angeboten

Die KLM – Königlich-Niederländische Luftverkehrsgesellschaft – hat bei der Securities und Exchange Commission einen Zulassungsantrag für die Ausgabe von knapp 500 000 zusätzlichen Aktien gestellt Sie sollen den Aktionären im Verhältnis 4:1 zum Preis von 55,25 Dollar angeboten werden. Die niederländische Regierung, die 50,5 Prozent der bisher ausgegebenen Aktien besitzt, wird alle 252 435 neuen Aktien, die ihr zustehen, erwerben, um ihre Aktienmehrheit zu behalten. (Die Bundesregierung glaubt, bei der Deutschen Lufthansa AG ihren Einfluß nur durch eine Dreiviertelmehrheit sichern zu können.) Das der KLM zufließende Geld wird zum Kauf zusätzlicher Düsenflugzeuge in den USA verwendet werden.

Keine Chance für deutsche Aktien?

Thomas A. Martin, Präsident von fünf der insgesamt sechs Channing-Fonds, die seit einiger Zeit auch in der Bundesrepublik ihre Anteile verkaufen, räumt deutschen Aktien in absehbarer Zeit keine Chancen für die Aufnahme in die Channing-Portefeuilles ein. Einen Zeitpunkt, wann sie für Channing wieder interessant werden können, lasse sich zur Zeit nicht absehen, meinte Martin. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Kauf von deutschen Aktien durch eine Sondersteuer von 15 Prozent vorbelastet wird.

Neues Angebot an Krefft-Aktionäre

Ein noch nicht näher umrissenes Umtauschangebot kündigte Aufsichtsratsvorsitzender A. Teichmann den restlichen Minderheitsaktionären der W. Krefft AG, Gevelsberg, an. Die Gesellschaft befindet sich zu 80 Prozent im Besitz der G. Bauknecht Elektromotorenbau oHG, Stuttgart. Schon 1965 war den Krefft-Aktionären ein Abfindungskurs von 40 Prozent geboten worden. Die damals verbliebenen Minderheitsaktionäre müssen jetzt einen weiteren Kapitalschnitt von 5:1 hinnehmen. Krefft hat sowohl das Geschäftsjahr 1964/65 (30. 9.) als auch das Rumpfgeschäftsjahr 1965 mit Verlust abgeschlossen, der aus der verschlechterten Marktlage, aus einem unglücklichen Produktionsprogramm sowie einem unrentablen Vertriebssystem resultiert.